: Sprachwahrnehmung bei Innenohrschwerhörigkeit

Sprachwahrnehmung bei Innenohrschwerhörigkeit

Zur Psychophysik der Verständlichkeit

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 8

Hamburg 1996, 204 Seiten
ISBN 978-3-86064-401-0 (Print)

Hörfeldaudiometrie, Hörfeldmessung, Isophone, Lautheitsspektrographie, Phonemdiskrimination, Psychologie, Schwerhörigkeit, Sprachaudiometrie, Überschwelligkeit

Zum Inhalt

Diese Arbeit stellt eine Pilotstudie zur Verbindung von Hörfeld- und Sprachaudiometrie dar, die eine effizientere Entwicklung von frequenzspezifischen Sprachtests und die Vorhersage der individuellen Phonemdiskriminationsleistung in unterschiedlichen Störgeräuschsituationen erlauben soll. Grundkonzeption für den Bezug ist die Orientierung am Hören, also die Konzentration auf die Deutlichkeit der Wahrnehmung spezifischer Sprachmerkmale unter Ausschluss von kognitiven Faktoren wie Intelligenz, Bildung, Wortschatz und Verstehensstrategien.

Die vorgeschlagene Methode wird als Lautheitsspektrographie bezeichnet. Individuelle Hörfeldmessungen mit dem Kategorien-Unterteilungsverfahren (KU) nach Heller werden zur Transformation von physikalischen Spektrogrammen des Sprachmaterials in Lautheitsspektrogramme herangezogen. Letztere zeigen die Deutlichkeit (Überschwelligkeit), mit der verschiedene Sprachmerkmale unter den gegebenen Darbietungsbedingungen (Pegel und Spektrum des simultanen Störgeräuschs) für den Probanden gegeben sind. Aus dem Vergleich mit der im Sprachtest erzielten individuellen Phonemdiskriminationsleistung lässt sich ermitteln, wie viel Überschwelligkeit zur Erkennung eines bestimmten Phonems unter den gegebenen Übertragungsbedingungen notwendig ist. Diese Informationen können unter anderem zur Optimierung der Verstärkungscharakteristik eines anzupassenden Hörgerätes benutzt werden. Die kurze Messdauer von nur 40-60 Minuten garantiert, dass die Lautheitsspektrographie auch in der routinemäßigen Schwerhörigkeitsdiagnostik eingesetzt werden kann.

Die Methode setzt voraus, dass die Lautheitsmessung mit dem KU reliabel ist und ein valides Bild des individuellen Hörfelds liefert. Im Rahmen der Arbeit kann in zwei Untersuchungen nachgewiesen werden, dass die von Robinson & Dadson (1956) gemessenen Normisophonen (ISO 226) sehr gut abgebildet werden. Auch die Verdeckungswirkung simultan dargebotener Störgeräusche zeigt sich in den aus dem Hörfeld berechneten Isophonen. Die Verwendung von Geräuschen unterschiedlicher Dauer zeigt außerdem, dass die Lautheitsskalierung mit dem KU auch zur Untersuchung der zeitlichen Lautheitssummation eingesetzt werden kann.



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