Dissertation: Kulturgüterschutz im bewaffneten Konflikt

Kulturgüterschutz im bewaffneten Konflikt

Studien zum Völker- und Europarecht, Band 157

Hamburg 2017, 518 Seiten
ISBN 978-3-8300-9747-1 (Print & eBook)

bewaffnete Konflikte, Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut, humanitäres Völkerrecht, immaterielles Kulturgut, Kriegsvölkerrecht, kulturelle Menschenrechte, Kulturgüterschutz, nicht-internationaler bewaffneter Konflikt, Postkonfliktphase, Prekonfliktphase

Zum Inhalt

Mit dem Kulturgüterschutz im internationalen bewaffneten Konflikt verbinden sich grundlegende völkerrechtliche Fragen, die immer mehr an Aktualität gewinnen. Die Autorin wendet sich der Frage zu, ob die bisher gängige Unterscheidung in internationale und nicht-internationale bewaffnete Konflikte angesichts der zunehmenden Entterritorialisierung der Konflikte, die häufig von nichtstaatlichen Akteuren geprägt oder von transnationalem Terrorismus heraufbeschworen werden, noch zeitgemäß ist.

Anhand der chronologisch aufeinander folgenden Phasen eines Konflikts wird untersucht, welche Pflichten die Konfliktparteien in den einzelnen Phasen nach den Regeln des humanitären Völkerrechts wie auch nach den Bestimmungen des Menschenrechts- und des Minderheitenschutzes treffen. Dabei geht die Arbeit auf die Konflikte in Mali sowie im Irak ein. Das Augenmerk wird verstärkt auch auf die bislang dogmatisch weitgehend unbeachteten und ungeregelten Übergangsphasen zwischen Frieden und Krieg (Präkonfliktphase) sowie zwischen Krieg, Besetzung und Frieden (Postkonfliktphase) gelegt.

Es wird insbesondere untersucht, ob es vor- und nachwirkende Pflichten der zukünftigen oder scheidenden Besatzungsmacht gibt und welchen Umfang sie haben können. Auch die Frage, wie ein Schutz immateriellen Kulturguts ausgestaltet sein kann, wird umfassend aufbereitet.

Darüber hinaus werden die Rechtsfolgen von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und insbesondere der zum Schutz von Kulturgut dienenden Vorschriften untersucht, wobei besonderes Augenmerk auf Schadensersatz- und Rückgabeansprüche gelegt wird.

In Ergänzung zu ihren Thesen bietet die Arbeit eine Checkliste der Verpflichtungen, die die Konfliktparteien in Bezug auf den Schutz des materiellen und immateriellen Kulturguts in den verschiedenen Phasen eines bewaffneten Konflikts treffen.



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