Doktorarbeit: Die Diagnose der Bewertungskompetenz durch schriftliche Aufgaben im Biologieunterricht

Die Diagnose der Bewertungskompetenz durch schriftliche Aufgaben im Biologieunterricht

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 75

Hamburg 2014, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-8086-2 (Print & eBook)

Argumentieren, Aufgaben, Bewertungskompetenz, Bioethik, Biologiedidaktik, Biologieunterricht, Diagnosen, Eizellspende, Ethische Urteilskompetenz, Klonen, Kompetenzmodell, Qualitative Inhaltsanalyse

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Darf man menschliche Zellen klonen? Sollte die Eizellspende erlaubt werden? Diese und viele andere Fragen, die die Themen des Biologieunterrichts aufwerfen, bedürfen eines ethischen Urteils. Dass Schülerinnen und Schüler in solchen medizinethischen Kontexten argumentieren können, ist zentrales Anliegen der Förderung von Bewertungskompetenz.

In dieser Studie zeigt die Autorin Wege zur Diagnose der Bewertungskompetenz auf. Als theoretische Grundlage dient ein Kompetenzstrukturmodell, aus dem Diagnoseindikatoren abgeleitet werden. Diese werden in schriftliche Aufgaben unterschiedlicher Antwortformate übersetzt. Die Aufgabenbearbeitungen von Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs werden einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen.

Mit der Eizellspende und dem Klonen bilden zwei Dilemmata der Reproduktionsmedizin den thematischen Aufgabengegenstand. Die Dilemmata werden hinsichtlich ihrer medizinischen Basis, ihres Bezugs zu bioethischen Prinzipien und der im öffentlichen Diskurs üblichen Argumente beschrieben. Die Klärung der ethischen Grundbegriffe Moral, Wert und Norm sowie die Grundzüge normativen Schlussfolgerns ergänzen diese Vorüberlegungen.

Die Argumentationsfähigkeit der Schüler wird von zwei Seiten beleuchtet. Zunächst werden die Argumente einer begründeten Stellungnahme im Vergleich beider Dilemmata untersucht. Ergänzend erschließen Aufgaben mit geschlossenen Antwortformaten die Reflexion ethischer Argumente. Die in von den Schülerinnen und Schülern berücksichtigten Folgen werden beschrieben und hinsichtlich der Reichweite der Sozialperspektive gestuft.

Demgegenüber erweist sich die Diagnose der Wertbezüge als sperrig, weil die Forderung der normativen Offenheit der Niveaustufung Grenzen auferlegt. Insofern sind die Bedenken vieler Lehrkräfte hinsichtlich der Diagnose der Bewertungskompetenz begründet. Hier werden Möglichkeiten vorgestellt, die Kompetenzen im Umgang mit Norm- und Wertbezügen auf einer nicht normativen Metaebene zu diagnostizieren.

Unterrichtspraktische Hinweise fassen abschließend die Möglichkeiten und Grenzen der Diagnose der Bewertungskompetenz durch schriftliche Aufgaben zusammen.



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