Damian Pietrowski Alles, was ist, ist auf etwas aus
Die schöpfungstheologischen Prämissen der Philosophie Robert Spaemanns
Hamburg 2015, 232 Seiten
[…] Verdienstvoll ist es, wenn der Vf. Spaemanns Einzelbeiträge auf deren fundierende Prämissen untersucht, diese im Schöpfungsdogma findet und mit diesem »Schlüssel» die Genese und Systematik der Spaemann‘schen Philosophie zu erschließen sucht. Insofern Spaemann das […]
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Die Philosophie Robert Spaemanns ist durch die Jahre hindurch mit zahlreichen Etiketten versehen worden. Als einer der wenigen deutschen Philosophen hat sich Spaemann zu zahlreichen gesellschaftlich relevanten Diskussionen öffentlich geäußert und dabei niemals kontroverse Positionen gescheut.
Das hat dazu geführt, dass er von beinahe jedem gesellschaftlichen Lager mit seinen Ansichten vereinnahmt werden sollte. Den Einen galt er als konservativer Katholik, anderen als Linker, Grüner und in jedem Fall als streitbarer Gesprächspartner in vielen Fragen. Für Spaemann selbst ist die Grundfrage der Philosophie scheinbar einfach: Philosophie ist die Frage nach dem, was in Wahrheit ist. Der rote Faden der Wirklichkeitserkenntnis ist dabei das Thema der Teleologie, denn alles was ist, so Spaemann, ist auf etwas aus. Mit dieser grundlegenden Einsicht ist aber zugleich die Frage relevant, was dieses etwas ist und damit die Frage nach Gott gestellt.
Um einen Überblick über Spaemanns Werk zu bieten, widmet sich dieses Buch den einzelnen Debatten, die Spaemann aktiv geführt hat, und bietet zugleich eine systematische Erschließung seines Denkens.
Bibliografische Daten
| Autor | Damian Pietrowski |
| Titel | Alles, was ist, ist auf etwas aus |
| Untertitel | Die schöpfungstheologischen Prämissen der Philosophie Robert Spaemanns |
| Seiten | 232 |
| Erscheinungsjahr | 2015 |
| Erscheinungsdatum | 06.02.2015 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-8300-8073-2 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-08073-8 |
| Schriftenreihe | THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse |
| Band | 120 |
Rezension
[…] Verdienstvoll ist es, wenn der Vf. Spaemanns Einzelbeiträge auf deren fundierende Prämissen untersucht, diese im Schöpfungsdogma findet und mit diesem »Schlüssel» die Genese und Systematik der Spaemann‘schen Philosophie zu erschließen sucht. Insofern Spaemann das modern/nachmoderne Denken vor die radikale Entscheidungsalternative zwischen sinnvoll und absurd bzw. zwischen Zufall und Gott gestellt sieht, erweist sich seine schöpfungstheologische Denkvoraussetzung kaum als Kategorienfehler, da die philosophische Sinnoption nur im Gottesgedanken Halt finden kann. Die Überzeugung, dass es eine letzte Wahrheit des Universums, ein göttliches Gemeintsein der Wirklichkeit gibt, identifiziert Spaemann mit der Vernunfttradition abendländischer Kultur.
[…] Philosophien, Theologien, Kulturen und Gesellschaften, die den (theologisch-religiösen) Glauben an und die (wissenschaftlich-rationale) Suche nach objektiver Wahrheit und Richtigkeit aufgegeben haben, sind, rein evolutiv betrachtet, auf Dauer nicht überlebensfähig. Sie haben ihren Kompass verloren und leisten in Fragen menschlicher Orientierung und Existenzerhellung keine Arbeit mehr. Unter diesem Zentralaspekt stellt die Promotionsarbeit einen das Nachdenken fördernden, lesenswerten Beitrag dar.
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