Doktorarbeit: Apokatastasis panton und Fegefeuer

Apokatastasis panton und Fegefeuer

Ost-westliche Kontroversen im Lichte von Dogmen- und Lehrentwicklung

Schriften zur Ideen- und Wissenschaftsgeschichte, Band 14

Hamburg 2015, 410 Seiten
ISBN 978-3-8300-7993-4

Ablass, Apokastasis panton, Eschatologie, Fegefeuer, Himmel, Hölle, Messstipendium, Orthodoxe Theologie, Palamas, Realdistinktion, Vergöttlichung, visio Die beatifica, Zwischenzustand

Zum Inhalt

Das Buch beschäftigt sich mit dem Kernbereich der christlichen Eschatologie. Es geht darin um das jenseitige Leben des Menschen im Verständnis der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Ost- und der Westkirche werden sichtbar gemacht. Deutlich herausgearbeitet wird die römisch-katholische Unterscheidung zwischen dem postmortalen „zeitlich“ befristeten Fegefeuer und der postmortalen ewigen Hölle, eine Differenzierung, die der Orthodoxie fremd ist. Sind in der römisch-katholischen Kirche das Fegefeuer (Purgatorium) und die damit zusammenhängenden Institute Ablass und Messstipendium eigentümliche Spezifika, werden in der Orthodoxie die im irdischen Leben beginnende und im Jenseits ewig fortgesetzte Vergöttlichung des Menschen als genuines östliches Glaubensgut hervorgehoben. Wird die visio Dei beatifica (Himmel) in der Westkirche als unmittelbare Anschauung des Wesens des dreieinigen Gottes begriffen, steht in der Ostkirche die Realdistinktion zwischen dem Wesen und den Energien (Wirkkräften) Gottes im Zentrum. Es ist dies die im 14. Jahrhundert dogmatisierte Lehre, wonach dem Menschen sowohl im irdischen als auch im jenseitigen Leben ausschließlich die Energien des dreieinigen Gottes zugänglich sind.

Die Apokatastasis panton (Wiederherstellung aller Dinge) beinhaltet die Lehre, dass im Jenseits letztlich alle Menschen vergöttlicht werden. Aus einer formal-dogmatischen Perspektive gilt die Apokatastasis-panton-Doktrin sowohl in der West- als auch in der Ostkirche als heterodox. Allerdings hat sich im Osten die Lehre der Apokatastasis panton seit Gregor von Nyssa und Maximos dem Bekenner als „unterirdische Quelle“ erhalten, sodass sie zumindest nach Sergij Bulgakov als „autoritative theologische Meinung“ (Theologumenon) gelten kann. Gibt es nach dem Katechismus der römisch-katholischen Kirche eine ewig dauernde Hölle (Verdammnis), in der sich die in einer Todsünde Verstorbenen befinden, betet die orthodoxe Kirche gemäß ihrem Glauben an den sich erbarmenden Gott nach Hielarion Alfejew für alle in der Hölle Festgehaltenen.



Sie wollen Ihre Doktorarbeit veröffentlichen?

nach oben