Dissertation: Zwischen Reformation und Untergang Alt-Livlands

Zwischen Reformation und Untergang Alt-Livlands

Der Rigaer Erzbischof Wilhelm von Brandenburg im Beziehungsgeflecht der livländischen Konföderation und ihrer Nachbarländer

Ausgabe in zwei Teilbänden

Hamburger Beiträge zur Geschichte des östlichen Europa, Band 21

Hamburg 2014, 796 Seiten
ISBN 978-3-8300-7630-8 (Print & eBook)

Rezensionen

[...] als moderne biografische Ausarbeitung [...] für alle diejenigen empfehlenswert, die sich mit livländischer und / oder diplomatischer Geschichte des 16. Jahrhunderts auseinandersetzen möchten.

Dennis Hormuth, in:
sehepunkte, 15 (2015), Nr. 12

[…] Die Liste der von Lange benutzten Literatur ist beeindruckend, hier findet man auch Publikationen, die an recht versteckten Orten erschienen sind, aber doch über das Thema einiges zu sagen haben. […] Das von Lange gezeichnete Bild Wilhelms ist sympathisch, aber ehrlich; man fühlt den Respekt des Autors gegenüber seinen Protagonisten. […] deutet aber gleichzeitig zweifellos auf die Tatsache hin, dass auch die anderen Akteure der letzten Jahrzehnte des mittelalterlichen Livlands eine umfangreiche Neubewertung verdient haben. Genau eine solche hat Lange für Wilhelm geliefert.

Juhan Kreem, in:
Forschungen zur Baltischen Geschichte, 10/2015

[...] Die Studie besticht durch die Tatsache, dass Ereignisse beleuchtet werden, die in der traditionell ordenslastigen Historiografie bislang keine Aufmerksamkeit erhielten. Außerdem provoziert Lange neue Diskussionen, indem er weitere Interpretationsmöglichkeiten überzeugend darstellt. Somit erweitert das Buch das Bild der letzten Dekaden des mittelalterlichen Livlands. [...]

Madis Maasing, in:
Nordost-Archiv, NOA), XXII, 2013

16. Jahrhundert, Baltikum, Deutsche Geschichte, Deutscher Orden, Erzbischof Riga, Frühe Neuzeit, Gotthard Kettler, Herzog Albrecht von Preußen, Livländischer Krieg, Livland, Ostmitteleuropa, Reformation, Riga

Zum Inhalt

deutsch | english

Die Konföderation der geistlichen Territorien im Ostseeraum, die als Alt-Livland bezeichnet wurde, wurde im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit vom Dualismus der mächtigsten Landesherren, des Deutschen Ordens und der Rigischen Erzbischöfe, geprägt. Von der Reformation in den frühen 1520er Jahren besonders rasch erfasst. unterhöhlten die Lehren Luthers in den Folgejahren das verfassungsrechtliche Fundament der Territorialwesen.

Im Mittelpunkt der Studie stehen die Politik und Person des letzten Erzbischofs von Riga, der aus dem Hause Hohenzollern stammende Wilhelm von Brandenburg (1498-1563). Seine Biographie wird kontextualisiert mit dem politischen Gebilde des Erzstifts, Alt-Livlands sowie des gesamten Ostseeraums. In diesem Beziehungsgeflecht, welches das Heilige Römische Reich deutscher Nation, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen und das moskowitische Zartum einschließt, können, basierend auf dem reichhaltigen Quellenmaterial zur livländischen Spätzeit, die konfessionell-politische Verwobenheit der handelnden Akteure und die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit analysiert werden. Fragestellungen wie u. a. die, ob der Erzbischof zum Untergang Alt-Livlands entscheidend beigetragen hatte, ob er ein Spielball seines Bruders (des ersten Herzogs von Preußen, Albrecht) und des polnischen Königs war und ob er unter allen Umständen eine Verweltlichung seines Territoriums herbeiführen wollte, werden in der monographischen Arbeit untersucht.

Nach der Einführung in die Herrschaftsstrukturen des Erzstifts und den Beziehungen der Erzbischöfe insbesondere zum Deutschen Orden und dem Abriss der Jugend des Hohenzollern bis zu seinem Eintreffen als Koadjutor des Rigischen Erzbischofs Schöning, fokussiert die Arbeit insbesondere die Jahre ab seinem Antritt als dessen Nachfolger mit allen Auseinandersetzungen innerhalb der Konföderation bis zum ausbrechenden Livländischen Krieg und der Unterstellung des Erzstifts und der anderen Territorien Alt-Livlands unter fremde Mächte.

Erstmalig kann in einer detaillierten Untersuchung die Politik Wilhelms von Brandenburg in Bezug auf seine Haltung zu den anderen livländischen Landesherren, zum Ausland, zur Verfassungssäkularisation und zur territorialen Eigenständigkeit des Erzstifts untersucht werden und manches Urteil der Historiographie relativiert werden.

Kontakt



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben