Doktorarbeit: Altersbilder in der Erwachsenenbildung

Altersbilder in der Erwachsenenbildung

Ältere Menschen im Spiegel westdeutscher Volkshochschulprogramme. Längsschnittuntersuchungen 1950 – 2000

Studien zur Erwachsenenbildung, Band 36

Hamburg , 396 Seiten

ISBN 978-3-8300-6725-2 (Print)
ISBN 978-3-339-06725-8 (eBook)

Rezension

[...] Schmidt [hat] mit ihrem Werk einen eindrücklichen Nachweis über die Entwicklung der Altersbilder in der Erwachsenenbildung und deren Wirkung auf die Angebotsstruktur der VHS-Programme aufgezeigt [...]

Zum Inhalt

„Das Alter hat Konjunktur“ – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Kapitalkraft der älteren Generationen gilt dies auch für die Erwachsenenbildung. Einerseits ist die Vorstellung vom zwangsläufig defizitären Alter seit 40 Jahren als falsch erkannt; andererseits aber scheint es, dass die Altersgruppen, denen eine „Sonderbehandlung“ angetragen wird, immer jünger werden. Die auch in Lehrgangstiteln zunehmend beliebten Etikettierungen „50plus“, „55plus“, „60plus“ usw. gaben den Anstoß für die Autorin, sich in ihrer Studie mit der Frage nach den Altersbildern in der Erwachsenenbildung zu befassen. Ihre Annäherung erfolgt dabei über eine – in dieser Form und Ausführlichkeit erstmals vorgelegte – Programmanalyse als Längsschnittuntersuchung anhand westdeutscher Volkshochschulprogramme aus mehr als 50 Jahren. Auf Basis eines ausführlich hergeleiteten Referenzrahmens zur Identifizierung und Kategorisierung von in Ankündigungstexten aufscheinenden Altersbildern entwickelt die Autorin eine Typologie von Veranstaltungsankündigungen zur Altersbildung, die zugleich auf die bekannten Alterstheorien Bezug nimmt.

Hiervon ausgehend erfolgt eine von den 1950er Jahren bis in die frühen 2000er Jahre reichende Gegenüberstellung der Altersdiskurse in Gesellschaft, Fachwissenschaft und Erwachsenenbildungspraxis. Dank vieler Textbeispiele aus mehr als fünf Jahrzehnten und eines kulturgeschichtlichen Ansatzes, der auch Alltagsquellen berücksichtigt, entsteht so nicht nur eine Geschichte des Wandels von der Vorstellung davon, wie Ältere lernen, sondern darüber hinaus eine aufschlussreiche und spannende, mögliche Ursachen und Wechselbezüge aufzeigende Nachzeichnung der Entwicklung des Altersbildes in der Bundesrepublik Deutschland von 1950 bis in die Gegenwart.

Ausblicke auf zukünftige Felder der Altersbildung und auf Möglichkeiten zur Überwindung von Generationenbarrieren durch Lebenslanges Lernen und „Age Mainstreaming“ geben wichtige Anstöße für die aktuelle Praxis der Altersbildung.

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