Dissertation: Kontrolle optimaler Bestellmengenentscheidungen durch das Inspection Game

Kontrolle optimaler Bestellmengenentscheidungen durch das Inspection Game

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 331

Hamburg 2012, 242 Seiten
ISBN 978-3-8300-6393-3 (Print & eBook)

3-Personen-Spiel, Bestellmengenplanung, Betriebswirtschaftslehre, Inspection Game, Konfliktmanagement, Logistik, Nicht-kooperative Spieltheorie, Produktion

Zum Inhalt

Die Studie untersucht, wie ein Unternehmen im Rahmen seines Controllings sicherstellen kann, dass die Disposition auch tatsächlich die kostenminimale Bestellmenge zur Deckung des erforderlichen Materialbedarfs bestimmt und verwirklicht. Insbesondere vertikale oder laterale Konflikte zwischen Akteuren dieser Art können über Kontrollmaßnahmen gesteuert werden. Dabei bildet das spieltheoretische Modell Inspection Game diese Art von Kontrollen in einem geeigneten Maß ab. Werden Kontrolltätigkeiten in Unternehmen delegiert, so bleibt es ein Erfordernis, diese mindestens stichprobenartig zu prüfen, da die Interessen des Delegierten mit den unternehmensoptimalen Interessen unter Umständen nicht kongruent sind. Die Modellierung mithilfe dieses Spiels gibt Hinweise darauf, wie die einzelnen Akteure agieren sollten. Unter Berücksichtigung der divergierenden Interessen wird ein Kontrollsystem erarbeitet, anhand dessen Auszahlungen und unternehmensoptimierendes Verhalten bestimmt werden. Je genauer die Spielsituation abgebildet wird, umso mehr kann dieses theoretische Modell den komplexen Konflikt exakt lösen und somit eine optimale Entscheidung in der Praxis formulieren. Heute stellt die Spieltheorie einen geeigneten formalen Rahmen dar, der im Bereich der Industriebetriebslehre ein fundamentales Werkzeug für Entscheidungsfindungen innerhalb von Unternehmen ist.

In dieser Untersuchung werden zwei konkrete Fragestellungen analysiert: Inwieweit wird durch ein geeignetes Kontrolldesign basierend auf den Überlegungen des Inspection Game eine Kontrolle der Kontrolle überflüssig? Kann die Spieltheorie in Form des Inspektionsspiels dazu beitragen, den Disponenten-Controller-Konflikt insgesamt unternehmensoptimierend zu lösen? Das Werk zielt daher darauf ab, sowohl das Problem einer Kontrolle des Controlling spieltheoretisch anhand eines Zwei- bzw. Drei-Personen-Inspektionsspiels zu lösen als auch Aussagen darüber zu generieren, wie ein geeignetes Controlling die Disposition durch ein optimales Kontrolldesign dazu bewegen kann, unternehmensoptimale Bestellmengen zu realisieren.

Drei Ergebnisse sind besonders erwähnenswert, da sie über die bisherigen Erkenntnisse der Literatur hinaus gehen. Eine gleichzeitige Erhöhung der Bestrafung für Controller und Disponent führt nicht zu einer insgesamt verbesserten Lösung, da beide Parameter entgegengesetzt wirken. Höher erwartete Strafen garantieren auch nicht, dass Strategienkombinationen vermieden werden, die durch schlechte Disposition, geringes Prüfniveau und Nicht-Aufdeckung der Fehlerhaftigkeit des Verhaltens beider Akteure durch die Unternehmensführung gekennzeichnet sind. Allerdings kann dadurch eine Verschiebung in Richtung methodischer Vorgehensweise bei der Bestimmung der optimalen Bestellmenge bewirkt werden. Ähnliches gilt für den Einsatz von Boni, wobei allerdings alleine höhere Bonuszahlungen für den Disponenten ausreichen, um mit höherer Wahrscheinlichkeit kostenoptimale Bestellmengen zu realisieren. Schließlich führen höhere Kontrollkosten des Controllers dazu, dass seine Prüfintensität nachlässt, was durch eine höhere Aufdeckungswahrscheinlichkeit der Unternehmensleitung und eine höhere Wahrscheinlichkeit der methodischen Vorgehensweise seitens des Disponenten kompensiert werden muss.



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