Forschungsarbeit: Tod durch Erschießen – Militärjustiz und militärische Disziplinierung in der Roten Armee nach Beginn der Operation Barbarossa

Tod durch Erschießen –
Militärjustiz und militärische Disziplinierung in der Roten Armee nach Beginn der Operation Barbarossa

Tartuer historische Studien, Band 3

Hamburg 2012, 116 Seiten
ISBN 978-3-8300-6275-2 (Print & eBook)

Geschichtswissenschaft, Militärjustiz, Ostfront, Repressalien, Rote Armee, Sowjetunion, Stalinismus, Zweiter Weltkrieg

Zum Inhalt

Nach dem deutschen Überfall 1941 geriet die Roten Armee in eine außerordentlich schwierige Situation: die Lage an der Front verschlechterte sich zunehmend, sie musste hohe Verluste an Menschen und Material hinnehmen und sich vor der Wehrmacht allmählich zurückziehen. Trotz der extremen Verluste leisteten viele Rotarmisten aber heftigen Widerstand, um den Feind zu bekämpfen. Viele Soldaten kämpften nicht unbedingt für Stalin oder das kommunistische Regime, sondern um ihre Familien und Freunde, die im deutsch besetzten Gebiet verblieben waren, schnellstmöglich zu befreien. Die Gründe für die anfänglichen Misserfolge der Roten Armee waren nicht die einfachen Soldaten, sondern die falschen strategischen Entscheidungen, die Stalin vor und nach Kriegsbeginn getroffen hatte.

Der heftige Widerstand der Roten Armee war nicht ausreichend für Stalin. Die militärischen Misserfolge galten für das Regime als Belege für Feigheit, Passivität und Verschwörung in den Reihen der Armee. Um die Ordnung zu wiederherstellen und die Motivation der Rotarmisten zu erhöhen, wurden in der sowjetischen Armee harte und brutale disziplinarische Maßnahmen eingeführt, die in vielen Fällen sogar in Terror einmündeten. Die Organe der sowjetischen Militärjustiz und des NKVD, aber auch die Offiziere führten diese Repressalien durch, ohnehin war Terror ein fester Bestandteil des stalinistischen Regimes. Laut der vorhandenen Angaben wurden im Laufe des Krieges insgesamt fast eine Million sowjetischer Soldaten von den verschiedenen Institutionen der Militärjustiz verurteilt, darunter 135.000 zum Tode.

Das Werk untersucht die unterschiedlichen Mittel der militärischen Disziplinierung in der Roten Armee. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die übermäßige Anwendung von Strafmaßnahmen kontraproduktive Folgen für den Kampfgeist der Soldaten hatte. Das brutale System der Disziplin in Verbindung mit den miserablen Lebensumständen führte eher zu einer Zunahme militärischer Vergehen sowie des Überlaufens zum Feind.

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