Doktorarbeit: Motivation und Interesse im Mathematikunterricht der Grundschule: Genese – Indizierung – Förderung

Motivation und Interesse im Mathematikunterricht der Grundschule: Genese – Indizierung – Förderung

Evaluation und Reflexion des Unterrichtsprojekts Sprech- und Schreibanlässe im Mathematikunterricht der dritten und vierten Jahrgangsstufe

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 60

Hamburg 2012, 540 Seiten
ISBN 978-3-8300-6211-0 (Print & eBook)

Erziehungswissenschaft, Grundschuldidaktik, Grundschule, Individuelles Interesse, Interpretative Unterrichtsforschung, Mathematikdidaktik, Mathematikinteresse, Mathematikunterricht, Motivation, Situativ-kollektives Interesse, Sprech- und Schreibanlässe

Zum Inhalt

Den Beitrag des Faches Mathematik zur grundlegenden Bildung der Kinder sehen bundesweit viele Fachlehrpläne für den Mathematikunterricht der Primarstufe nicht nur in der Förderung prozess- und inhaltsbezogener mathematischer Kompetenzen, sondern auch in der Genese, Aufrechterhaltung und Förderung von Motivation, Interesse und Lernfreude. Dass dies oft nicht im avisierten Sinn gelingt, dokumentierte bereits in den 1990er Jahren die SCHOLASTIK-Langzeitstudie, die offenbarte, dass die bei Schuleintritt konstatierbare Lernfreude und die Motivation für Mathematik nicht erst in der Sekundarstufe, sondern bereits in der Primarstufe rückläufig sind.

Damit der Mathematikunterricht motivierend und interessenorientiert gestaltet werden kann, werden Erkenntnisse darüber benötigt, was Grundschüler in Mathematik motiviert und interessiert, welche Inhalte und Situationen interessenaffin oder aber demotivierend erlebt werden.

Hier setzt die Forschungsarbeit an, indem die Autorin als Unterrichtsprojekt Sprech- und Schreibanlässe (Mathe-Tagebuch, Interview, E-Mail-Kommunikation und Mathebox) in den alltäglichen Mathematikunterricht integriert, in welchen die Schüler freiwillig, selbstbestimmt und offen über ihr individuelles Erleben und Erlernen von Mathematik berichten. Schülerinitiiert wird das Projekt um das Freie Schreiben und die Mathe-Diskussionen erweitert. So bietet sich die große Chance, sich möglichst nahe an die Binnenperspektive der Grundschüler anzunähern und die subjektive Wahrnehmung von Mathematik zu erforschen. Zielsetzung der Forschungsarbeit ist es, individuelle Motive zum Erlernen mathematischer Inhalte, Emotionen, mathematikbezogene Interessen und interessenaffine Erlebensweisen aufzudecken. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden unter Einbezug von persönlichem wie situativ-kollektivem Mathematikinteresse Ansatzpunkte zur Genese, Indizierung und Förderung herausgearbeitet, sowohl hinsichtlich eines individualisiert wie kollektiv gestalteten Mathematikunterrichts der Grundschule. Darüberhinaus wird untersucht, ob den Sprech- und Schreibanlässen neben ihrer Funktion zur Indizierung kindlicher Motivation und Interessenbeziehungen zur Mathematik selbst eine motivationsfördernde Wirkung immanent ist. Die Forschungsarbeit leistet somit nicht nur einen Beitrag zur Unterrichtsentwicklung in Mathematik, sondern auch zur mathematikdidaktischen Interessentheorie.



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