Doktorarbeit: Sprachliches Handeln und kausale Bedeutungskonstruktion

Sprachliches Handeln und kausale Bedeutungskonstruktion

Ein Beitrag zu einem sprachbehindertenpädagogischen Verständnis der sprachlichen Handlungsfähigkeit von Kindern

Sonderpädagogik in Forschung und Praxis, Band 31

Hamburg 2012, 526 Seiten
ISBN 978-3-8300-6102-1 (Print & eBook)

Genfer Psycholinguistik, Jean Piaget, Kausale Bedeutung, Kausaler Sprachgebrauch, Kausalsprachliches Handeln, Kooperative Pädagogik, Michael Tomasello, Sozial-pragmatische Sprachtheorie, Sprachbehindertenpädagogik, Sprachliche Handlungsfähigkeit, Sprachliches Handeln, Systemtheoretische Sprachtheorie

Zum Inhalt

Vor dem Hintergrund einer wissenschaftstheoretisch, erziehungswissenschaftlich-pädagogisch und sprach?behindertenpädagogisch begründeten Problemsicht wird gezeigt, wie kausaler Sprachgebrauch von Kindern als bedeutungsvolles „kausalsprachliches Handeln“, d.h. als besondere Form des sprachlichen Handelns und sprachlicher Handlungsfähigkeit in Kommunikationsgemeinschaften verstanden werden kann.

Sprachhandlungstheoretisch wird eine gründliche Fundierung des Sprachhandlungsbegriffs bedeutsam. Die Konvergenzen der Genfer Psycholinguistik, der konstruktivistischen Sprachtheorie MATURANAS, der Sprachhandlungstheorie von WELLING und der Sprachtheorie von TOMASELLO werden herausgearbeitet. Dabei wird die sprachbezogene Perspektive der Erschließung kausaler Bedeutungskonstruktionen mit einer begriffsorientierten Analytik verschränkt, die sich maßgeblich auf das bisher vergleichsweise wenig beachtete Spätwerk PIAGETS stützt.

Sprachpädagogisch wird die Verbindung eines begriffsorientierten Deutungsansatzes mit einer sprachpragmatischen Analytik und den pädagogisch motivierten Analysen kommunikativer Bedingungen bedeutsam. Aussagen zu Merkmalen einer förderlichen Sprachlernkultur und dem besonderen Charakter kindlicher Warum-Fragen sind unmittelbar praxisrelevant.

Sprachbehindertenpädagogisch wird die Qualifizierung gegenüber einer sprachpädagogischen Perspektive in diagnostischer und didaktischer Hinsicht bedeutsam. Es wird nachgewiesen, dass die entwickelte Begrifflichkeit eine besondere Sensibilität auch schon für kleinste Veränderungen sprachlich-kausaler Handlungsmöglichkeiten von Kindern mit einer sprachlichen Entwicklungsbeeinträchtigung ermöglicht.

Der Autor zeigt, dass ein konsequent pädagogisch, handlungstheoretisch und subjektorientiert begründetes Verständnis des kausalsprachlichen Handelns von Kindern eine wesentliche Gelingensbedingung für die Gestaltung kooperativer Lernprozesse mit Kindern im Unterricht und in der Sprachtherapie ist. Detaillierte Analysen zur Praxis kausaler Bedeutungskonstruktionen unter je konkreten Kommunikationsbedingungen belegen die pädagogische, sprachpädagogische und sprach?behindertenpädagogische Relevanz der gewonnenen Perspektive.



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