Dissertation: Journalismus als Thema der Literatur

Journalismus als Thema der Literatur

Untersuchungen zum Frühwerk Thomas und Heinrich Manns

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 115

Hamburg 2011, 256 Seiten
ISBN 978-3-8300-5778-9 (Print & eBook)

Der Untertan, Heinrich Mann, Im Schlaraffenland, Intertextualität, Journalismus, Königliche Hoheit, Literaturwissenschaft, Presseliteratur, Thomas Mann

Zum Inhalt

Die Autorin geht der Frage nach, wie und mit welchen Mitteln der Journalismus des wilhelminischen Deutschlands in den Romanen „Im Schlaraffenland“, „Der Untertan“ und „Königliche Hoheit“ dargestellt wird. Als Kernthema in den Frühwerken der Brüder Mann sticht das gemeinsame Motiv Journalismus beispielsweise durch die literarische, zum Teil intertextuelle Integrierung von Pressetexten und -photographien, Anspielungen auf aktuelle Presseleute und Zeitungen sowie intertextuelle Referenzen auf frühere literarische Werke, die die Presse zum Thema haben, hervor. Durch die umfassende Eingliederung des Journalismus in die frühen Romane Heinrich und Thomas Manns können sie als Werke des Genres Presseliteratur eingestuft werden.

Als Ausgangspunkt der Untersuchung befasst sich die Analyse mit Parallelen und Unterschieden der Eingliederung des Journalismus in ihrer Vielfalt und geht auf sozialhistorische Rahmenbedingungen im wilhelminischen Deutschland ein. Hierfür beschäftigt sich die Autorin sowohl mit gängiger Forschungsliteratur als auch mit Briefen und essayistischen Arbeiten der Schriftsteller.

Weiterhin zielt die literarische Analyse sowohl auf die Ergründung struktureller Merkmale als auch auf inhaltliche Parallelen in der Darstellung des Journalismus ab. Hinweise auf die Presse und Journalisten sind auf den Erzähl- und Figurenebenen der untersuchten Romane durchweg vorhanden, so dass die Frage nach deren Bedeutung und Funktion für die Romanstrukturen und -handlungen zur Sprache kommt. Diese Untersuchung bespricht in einer textnahen Analyse die Figurenschemata, wobei die Kopplung antisemitischer Stereotypen mit dem Journalismus bei Heinrich Mann und gerade das Fehlen dieser Verknüpfung bei Thomas Mann auffällt. Darüber hinaus griffen Heinrich und Thomas Mann in ihren Romanen gleichsam auf bekannte Märchenprätexte zurück und setzten diese explizit in Zusammenhang zur Darstellung der Presse in der Moderne. Diese Untersuchung arbeitet die Wechselwirkung beider Elemente, spezifisch in ihrer Bedeutung für die Erzählhaltung der Texte, heraus. Die Analyse zeigt auf, dass trotz des gemeinsamen Themas und ähnlicher Verfahrensweisen, die Darstellungen des Journalismus bei Heinrich und Thomas Mann jeweils verschieden ausfallen.



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