Dissertation: Parodie und Reskription – Erschöpfung und Neubeginn der französischen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg

Parodie und Reskription – Erschöpfung und Neubeginn der französischen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg

Schriften zur Literaturgeschichte, Band 12

Hamburg 2010, 358 Seiten
ISBN 978-3-8300-5117-6 (Print & eBook)

Boulevardtheater, Ecriture, Französische Literaturwissenschaft, Französische Nachkriegsliteratur, Intertextualität, Kriminalroman, Literatur, Literaturwissenschaft, Moderne, Mythos, Nouveau Roman, Parodie, Postmoderne, Reskription, Revolte, Réécriture, Subjekt, Theater des Absurden

Zum Inhalt

Das Theater des Absurden und der Nouveau Roman bestimmten die französische Literatur der 1950er und 1960er Jahre. Die Autoren dieser Zeit, Ionesco, Genet, Beckett, Adamov, Robbe-Grillet, Pinget, Butor und Sarraute, intendierten einen Bruch mit der Vergangenheit. Bis heute werden ihre Werke innerhalb der Literaturgeschichte als Neubeginn wahrgenommen. In diesem Band wird die französische Nachkriegsliteratur mit zeitlichem Abstand noch einmal auf ihr Innovationspotenzial geprüft. Dabei werden gängige Deutungsklischees überwunden und neue Bewertungsparameter herausgearbeitet. Die kritische Analyse offenbart, dass es sich bei einem Großteil der Werke um Parodien handelt. Parodiert werden die subjektlosen Formen Boulevardtheater, Kriminalroman und Mythos. Nur wenige Werke lassen sich als Reskriptionen, als Aktualisierung bekannter Stoffe, lesen. Weshalb ist die Parodie in der französischen Nachkriegsliteratur so präsent? Ist die Parodie innovativ? Um diese Fragen zu beantworten, wird der Untersuchungszeitraum in einen größeren Kontext gestellt und zum zentralen Thema der französischen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dem der Revolte, ins Verhältnis gesetzt. Authentizitätssuche und die Angst vor dem Verlust der Selbstbestimmung treiben die Protagonisten in der Literatur der ersten Jahrhunderthälfte in gegen die Gesellschaft gerichtete Revolten. Authentizität und Selbstbestimmung scheinen für die als „numéros matricules“ (Robbe-Grillet) charakterisierten Figuren der Nachkriegsliteratur kaum noch eine Rolle zu spielen. Dennoch setzt sich die Revolte fort. Eingegangen in die Ebene der Ecriture, nimmt sie eine neue mediale Form an und erschöpft sich im Verfahren der Parodie. Diese Analyse begreift die französische Nachkriegsliteratur in ihrer Schwellenfunktion zwischen Moderne und Postmoderne.



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