Forschungsarbeit: Emotion in Transkultureller Psychiatrie und Ethnologie

Emotion in Transkultureller Psychiatrie und Ethnologie

Fern/Sehen: Perspektiven der Sozialanthropologie, Band 3

Hamburg , 176 Seiten

ISBN 978-3-8300-4942-5 (Print)
ISBN 978-3-339-04942-1 (eBook)

Rezension

Die Ethnologin Lisa Gelbhardt stellt westliche Emotionskonzepte aus ethnologischer und aus soziologischer Sicht unter Einbeziehung ihrer Eingebundenheit in den gesellschaftlichen Kontext und ihres möglichen Missbrauchs durch gesellschaftliche und politische Instanzen vor.

Zum Inhalt

Unter den Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen sind es insbesondere die EthnologInnen, welche großen Wert auf Reflexivität und Offenlegung der subjektiven Perspektive im Forschungsprozess legen.

Immer wieder wurde Kritik geübt an der Übertragung westlich-moderner Konzepte auf andere Kulturen und Denkweisen. In den Theoriedebatten der auf Reflexion bedachten EthnologInnen stand und steht hierbei insbesondere das mit der Aufklärung assoziierte Konzept der Rationalität als Merkmal westlicher Gesellschaften im Vordergrund. Emotion wird in dieser Vorstellung oftmals als konzeptueller Gegensatz zur Vernunft in Verbindung mit dem „Anderen? westlicher Gesellschaften, aber auch mit den „Anderen? innerhalb der eigenen Gesellschaft, gedacht.

Nichtsdestotrotz lässt sich seit einiger Zeit in vielfältigen Diskursen des alltäglichen Lebens, der modernen Medien sowie der Wissenschaft und Forschung eine zunehmende „Emotionalisierung?, wie auch eine zunehmende Beschäftigung mit Emotion als eigenständigem Thema, beobachten. So lassen sich z.B. Veränderungen in den gesellschaftlichen Diskursen zu psychischer Krankheit (wie Depression), Genderkonzepten und Sexualität feststellen.

Doch wie lässt sich diese „Emotionalisierung? westlicher Diskurse im Kontext des traditionellen westlichen Selbstverständnisses einer durch die Aufklärung geprägten, rational bestimmten Kultur erklären? Diese Frage analysiert die Ethnologin Lisa Gelbhardt ausgehend von einer Untersuchung der spezifischen und zentralen Rolle, welche Emotion als kulturelles Konstrukt in westlichen Konzepten von Person und Selbst, Krankheit und Gesundheit, Normalität und Anormalität einnimmt.

Zwar werden auch ethnologische Beispiele aus anderen Gesellschaften zu Rate gezogen, doch richtet sich der ethnologische Blick hier explizit auf die „eigenen? kulturellen Vorstellungen und Konzepte. Aus dieser Perspektive werden die kulturellen, kommunikativen und politisch-moralischen Dimensionen „westlicher? emotionaler Erfahrung untersucht.

Mit Hilfe von Elementen aus Diskursanalyse, Dekonstruktivismus und Sozialkonstruktivismus werden die Verflechtungen des westlichen Emotionsmodells innerhalb der Diskurse zu Authentizität, Wahnsinn und Transkulturalität aufzeigt.

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