Doktorarbeit: Gestaltungs- und Designbezug

Gestaltungs- und Designbezug

Eine Untersuchung zur Kompetenzentwicklung von Gesellen
Dargestellt am Beispiel des Maler- und Lackiererhandwerks

Studien zur Berufspädagogik, Band 35

Hamburg , 240 Seiten

ISBN 978-3-8300-4834-3 (Print)
ISBN 978-3-339-04834-9 (eBook)

Rezension

Die vorliegende Arbeit [...] ist Studierenden, Lehrkräften an beruflichen Schulen sowie Berufsbildungsforschern gewerblich-technischer Fachrichtungen unbedingt zu empfehlen. Sie ist eine theoretisch und empirisch fundierte Grundlage für eine praxisnahe und zukunftsorientierte Entwicklung beruflicher Curricula.
in: berufsbildung, Jg. 65 (2011), H. 127

Zum Inhalt

Die Studie geht der Frage nach, welche Arbeitsinhalte in gestaltungs- und designbezogenen Arbeits- und Geschäftsprozessen liegen. Die Studie stützt sich auf die Erkenntnis, dass für die erfolgreiche Bewältigung realer Arbeitsaufgaben im Maler- und Lackiererhandwerk insbesondere jene Kompetenzen bedeutsam sind, die einem unmittelbaren Gestaltungs- und Designbezug erworben werden. Obwohl diese Feststellung auch von Experten auch in jüngeren Untersuchungen mehrfach betont wurde, ist diesem Aspekt im Zuge der Neuordnung des Maler- und Lackiererhandwerks im Jahre 2003 unzureichend Augenmerk geschenkt worden.

Zur Lösung dieses Konfliktes entwickelt der Autor einen Drei-Ebenenansatz: In der ersten – gesellschaftlich-historischen – Ebene legt er dar, wie sich die Arbeitsinhalte in der Genese des Maler- und Lackiererberufs entwickelten. Er stellt fest, dass die Arbeit der Handwerker zentral von dem jeweiligen gesellschaftlichen Ausdruck in Form von Stilepochen, Trends und Architekturauffassungen geprägt wurden.

In der zweiten Ebene fokussiert er Kundenorientierung ein zentrales Merkmal der betrieblichen Arbeits- und Geschäftswelt. Hier legt der Verfasser die Kundenzufriedenheit als Zielgröße in das Zentrum seiner Darstellung. Insbesondere durch den unmittelbaren Umgang mit einer (privaten) Klientel benötigen die Gesellen Kompetenzen, die über fachliche Anforderungen hinausgehen. Hinzu kommt, dass die Arbeitsprozesse ausschließlich standortgebunden und damit situativ geprägt sind.

Die dritte Ebene bildet das Zentrum der empirischen Studie: Hier erhebt der Autor konkrete Arbeitsinhalte in gestaltungs- und designbezogenen Arbeitsumgebungen. Dabei nutzt er die Ablaufstruktur des Kundenauftrags und schält tatsächliche Gestaltungsspielräume der Gesellen heraus, die sie in den jeweiligen Abschnitten besitzen. Die Inhalte werden durch Items Objektgestaltung, Kundenbetreuung sowie Kultur und Technik kategorisiert.

Der Verfasser deckt mit seinen Ergebnissen Zusammenhänge auf, die zwischen betrieblichen Merkmalen, Kundenwünschen individuellen Gestaltungsspielräumen von Maler- und Lackierergesellen bestehen. Daran anknüpfend werden Potentiale für die berufliche Kompetenzentwicklung von Auszubildenden und Gesellen diskutiert, die zuvor in gestaltungs- und designbezogenen Arbeits- und Geschäftsprozessen fundiert wurden.

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