Dissertation: Juden als Stadtbürger in Schlesien

Juden als Stadtbürger in Schlesien

Glogau und Beuthen im Vergleich 1808–1871

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 60

Hamburg 2009, 462 Seiten
ISBN 978-3-8300-4505-2 (Print), ISBN 978-3-339-04505-8 (eBook)

Rezensionen

[…] Die Fülle an faktographischem Material beeindruckt und wird ihren Wert für die Geschichtsforschung behalten. […]

Winfried Irgang, in:
Jahrbuch der Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Band LI/LII, 2010/2011 (2013)

[...] Der Autorin kommt das Verdienst zu, mit großem Engagement eine bruchstückhafte Überlieferung zusammengetragen zu haben, die sich auf zahlreiche Archive in Deutschland, Polen und Israel verteilt. Auch die Einbeziehung polnischsprachiger Literatur ist nicht gering zu schätzen.

Tobias Schenk, in:
Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Jg. 20 (2010), H. 1

[…] Begleitet wird die Darstellung von einer Skizze der historischen Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Glogau und Beuthen bis zum 19. Jahrhundert (Kap. 1) sowie neun Anhänge. […] hat die Monographie auf Grund ihres faktographischen Materials für die Geschichtsschreibung ihren Wert. Als Resultat intensiver Archivrecherchen wartet sie am Ende mit einer Fülle von Daten und Fakten zur jüdischen Geschichte in Glogau und Beuthen auf, die ihrerseits wiederum Ausgangspunkt weiterer Forschungen werden können.

Michael Szulc, in:
Judaica, 66 (2010) 4

19. Jahrhundert, Beuthen, Bürgertum, Emanzipation, Geschichtswissenschaft, Glogau, Judentum, Jüdische Geschichte, Jüdisches Bürgertum, Schlesien, Verbürgerlichung

Zum Inhalt

Wie in vielen Teilen Mitteleuropas war auch im Selbstverständnis der schlesischen Juden das Ende des 18. Jahrhunderts eine Zeit des Aufbruchs, als die jüdische wie die nichtjüdische Aufklärung und die daraus resultierende Emanzipationsdiskussion immer mehr an Einfluss gewannen und den Weg für die gleichberechtigte Teilnahme der Juden an der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bahnten.

So wird in dem Buch der Weg der jüdischen Bevölkerung aus ihrer gesellschaftlichen Marginalität in die bürgerliche Lebenswelt des 19. Jahrhunderts analysiert. Den Mittelpunkt der Studie bildet der Emanzipations- und Verbürgerlichungsprozess der Juden in zwei Städten der preußischen Provinz Schlesien. Auf der einen Seite steht die mittelgroße, speziell für Juden traditionsreiche Verwaltungs- und Garnisonsstadt Glogau (Niederschlesien) und auf der anderen Seite die expandierende, für Juden wie für andere Zuwanderer attraktive Industriestadt Beuthen (Oberschlesien). Am Beispiel der beiden Städte, die von ihrer sozialen, ökonomischen und politischen Struktur her sehr unterschiedlich waren, wird die Teilnahme der jüdischen Bürger am gesellschaftlichen Leben in Glogau und Beuthen skizziert. Neben der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tätigkeit der Juden, werden die Organisation der jüdischen Gemeindeverwaltung, der Bau der neuen Synagogen sowie der Wandel innerhalb der beiden jüdischen Gemeinden untersucht.

Der zeitliche Rahmen dieses Buches erstreckt sich von 1808 (Einführung der Städteordnung und Verleihung des städtischen Bürgerrechts an Juden) bis 1871 (die volle staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden). Auch die Geschichte der Glogauer und Beuthener Judengemeinden von der frühesten Ansiedlung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Studie beschrieben.

Das Werk stellt gleichermaßen einen Beitrag zur Stadtgeschichte, zur deutsch-jüdischen Geschichte und zur Geschichte des deutschen Bürgertums dar.

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