Doktorarbeit: Prospective Study of the Development of the Post-Traumatic Stress Disorder Concerning Police Officers Six Months After Situations of Potential Psychotraumatic Nature

Prospective Study of the Development of the Post-Traumatic Stress Disorder Concerning Police Officers Six Months After Situations of Potential Psychotraumatic Nature

Studien zur Stressforschung, Band 29

Hamburg 2010, 182 Seiten
ISBN 978-3-8300-3474-2 (Print & eBook)

Acute Stress Reaction, Akute Belastungsreaktion, Gesundheitswissenschaft, Intrusionen, Intrusions, Police, Polizei, Prospective Study, Prospektive Studie, Psychologie, PTBS, PTSD, Stress, Trauma

Zum Inhalt

Theoretischer Hintergrund: Das Hauptziel dieser prospektiven Studie war die Identifikation von Charakteristika der traumabezogenen Symptomatik von PolizeibeamtInnen sofort nach der Konfrontation mit einem Ereignis schwerster beruflicher Belastung und einer Analyse des Verlaufs der Symptomatik über einen Zeitraum von sechs Monaten.

Methode: 50 PolizeibeamtInnen aus Nordrhein-Westfalen wurden sofort nach einem Ereignis schwerster Belastung (T1) und sechs Monate später (T2) mit einem strukturierten Katamneseinterview untersucht. Die psychischen Diagnosen wurden mittels Strukturiertem Klinischen Interview für das DSM-IV (SKID) erfasst, die PTBS-Symptomatik wurde mittels der Impact of Event Scale - Revised (IES-R) erhoben, die komorbide Symptomatik wurde mittels des Brief Symptom Inventory (BSI) erfasst und die soziale Unterstützung durch den Fragebogen zur sozialen Unterstützung (F-SOZU) operationalisiert.

Ergebnis: Bei 14 PolizeibeamtInnen (28 %) wurde zu T2 eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10: F43.1) diagnostiziert. Intrusionen dominierten das PTBS-Symptombild bei den traumatisierten PolizeibeamtInnen und das komorbide Symptombild wurde durch Zwanghaftigkeit und paranoidem Denken geprägt. 7 PolizeibeamtInnen waren in psychotherapeutischer Behandlung zu T2. Für die traumatisierten PolizeibeamtInnen (mit PTBS) blieb die Symptomatik im Vergleich zu den nicht-traumatisierten über das Zeitintervall auf hohem Niveau stabil (signifikante ordinale Interaktion für PTBS-Symptomatik). Als Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von PTBS-Symptomatik nach sechs Monaten wurde die Verletzung während des traumatischen Ereignisses gefunden. Emotionale Unterstützung mediierte die Entwicklung von PTBS- Symptomen nach einer potenziell traumatischen Situation bei der eine Verletzung aufgetreten war.

Diskussion: Bis dato wurde angenommen, dass PolizeibeamtInnen keine PTBS-spezifische Behandlung nach potenziell traumatischen Ereignissen benötigten. Diese prospektive Studie gibt einen Hinweis daruf, dass die Rate an PTBS höher sein könnte, wobei diese mit Intrusionen, Zwanghaftigkeit und paranoidem Denken einhergeht und auf hohem Niveau bestehen bleibt.



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