Doktorarbeit: Sozialer Einfluss und Ereigniserinnerung bei Kindern

Sozialer Einfluss und Ereigniserinnerung bei Kindern

Suggestibilität und Antwortkonformität bei 8- und 10-jährigen Grundschulkindern

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 17

Hamburg 2007, 264 Seiten
ISBN 978-3-8300-3345-5 (Print & eBook)

Antwortkonformität, Augenzeugengedächtnis, Ereigniserinnerung, Grundschulkinder, Kinder, Kindliche Zeugenaussagen, Konformität, Psychologie, Sozialer Einfluss, Sozialpsychologische Konformitätsforschung, Suggestibilität, Suggestibilitätseffekte

Zum Inhalt

Ein Augenzeuge steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss seine Erinnerung nicht nur meist über lange Zeit bewahren, da Verfahren erst nach Wochen und Monaten beginnen, sondern wird in der Zwischenzeit auch häufig durch andere Personen mit Informationen konfrontiert, die das kritische Ereignis betreffen. In zahlreichen Untersuchungen zur empirischen Erforschung von Augenzeugengedächtnisleistungen hat sich gezeigt, dass insbesondere die Erinnerungsangaben von Kindern veränderbar und durch externe Faktoren beeinflussbar sind. Als mögliche zugrunde liegende Mechanismen für diese sogenannten Suggestibilitätseffekte wurden in den letzten Jahrzehnten aus einer theoretischen Perspektive vor allem der Einfluss kognitiver Prozesse betrachtet. Die empirischen Ergebnisse wurden jedoch häufig auch unter Berücksichtigung möglicher sozialer Einflüsse diskutiert, ohne dass es hierfür jedoch klare theoretische Konzepte oder Modelle gab.

In der Studie werden nun zwei bisher wenig verknüpfte Gebiete in Verbindung gebracht: die Forschung zum kindlichen Augenzeugengedächtnis und die klassische sozialpsychologische Konformitätsforschung. In fünf empirischen Studien wird unter verschiedenen Aspekten betrachtet, wie sich Aussagen einer anderen Person auf kindliche Erinnerungsangaben auswirken können. Die gefundenen Altersunterschiede sprechen für deutliche Entwicklungsveränderungen im adäquaten Umgang mit sozialen Einflussprozessen im Verlauf der Grundschulzeit und haben praktische Relevanz für die situative Einschätzung der Verlässlichkeit kindlicher Zeugenaussagen. Weiterhin zeigt die Studie, dass nur eine integrative Sichtweise mit einer Berücksichtigung kognitiver und sozialer Einflussfaktoren den empirischen Ergebnissen tatsächlich gerecht werden kann.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben