Dissertation: Arbeit und Ausbildung von IT-Fachkräften im europäischen Vergleich

Arbeit und Ausbildung von IT-Fachkräften im europäischen Vergleich

Neue Ansätze arbeitsprozessorientierter Qualifikations- und Curriculumforschung als Analyse- und Gestaltungsgrundlage für ein generisches „ICT skills and qualifications framework“

Studien zur Berufspädagogik, Band 26

Hamburg 2007, 394 Seiten
ISBN 978-3-8300-3287-8 (Print & eBook)

Arbeitsprozesse, Arbeitsstudien, Ausbildungssysteme, Berufsbildungsforschung, Berufsdidaktik, Berufswissenschaft, Bologna-Prozess, Brügge-Kopenhagen-Prozess, Curriculumforschung, ECVET, Elektrotechnik, EQF, Evaluation, Fähigkeitsdefizite, Informatik, ISCED 97, ISCO 88, IT-Ausbildungsberufe, IT-Berufe, IT-Berufsbilder, IT-Fachkräfte, IT Ausbildung, Lissabon-Strategie, NACE, Pädagogik, Qualifikationsforschung, Qualifikationskonzepte, skills-qualifications-mismatch, skills gap, skills requirements, skills shortage, Telekommunikationstechnik

Zum Inhalt

Die Arbeit und Ausbildung von Fachkräften der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT) ist durch eine besonders hohe Dynamik gekennzeichnet. Dies betrifft sowohl die Entwicklung neuer IT-Berufsbilder sowie (beruflicher) Aus- und Weiterbildungsgänge im IT-Bereich. Problematisch ist in diesem Zusammenhang der geringe Erkenntnisstand zum Bestand und Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften („skills requirements“) in Deutschland und Europa. Die Folge ist, dass Beschäftigungs- und Bildungsstrukturen nicht zusammenpassen („skills-qualifications-mismatch“). Daraufhin sind rasch Fähigkeitsdefizite („skills shortage“) zu verzeichnen und schließlich entsteht eine IT-Fachkräftelücke („skills gap“). Maßnahmen zur Bekämpfung von Fachkräftelücken wie die 1997 erlassenen IT-Ausbildungsberufe oder die „Green-Card“-Initiative für Computer-Spezialisten bringen die Problematik zum Ausdruck. Aus Sicht der Berufsbildungsforschung lagen zudem keine konkreten Erkenntnisse zum IT-Arbeitswandel vor. Aufgabe war es zunächst, das Forschungsfeld zur Arbeit und Ausbildung von IT-Fachkräften sachlich und begrifflich abzugrenzen.

Mit Blick auf Qualifikationskonzepte wird mit dem Buch ein neuer Beitrag über berufsdidaktische Geschäfts- und Arbeitsprozesse geleistet. Der theoretische Modellansatz „GAHPA“-„GAHFA“ ist als Basis für die geschäfts- und arbeitsprozessorientierte Curriculumforschung hervorzuheben. Dementsprechend beinhaltet das Buch auf der Grundlage der theoretisch-analytischen Weiterentwicklung des Forschungsinstrumentariums in der Beruflichen Fachrichtung Elektrotechnik/Informatik vielfältige empirische Ergebnisse. Die Untersuchungen mit schriftlichen Befragungen von Betrieben der IT-Branche und der IT-Anwenderbranchen sowie Fallstudien in Betrieben und Bildungseinrichtungen (IT-Geschäfts- und Arbeitsprozessanalysen, IT-Expertengespräche, Arbeitsbeobachtungen) liefern umfangreiche quantitative und qualitative Erkenntnisse zum Wandel der Arbeit und Ausbildung von IT-Fachkräften. Zudem werden die Analysen auf die IT-Arbeit und Ausbildungssysteme in Europa ausgeweitet und in fünf europäischen Ländern konkretisiert. Das Buch beinhaltet hierzu die aktuellen Entwicklungen und Evaluationsergebnisse zur IT-Aus- und Weiterbildung.

Für die europäisch vergleichende Auswertung wird speziell ein auf die Arbeit und Ausbildung von IT-Fachkräften interdependent bezogenes Rahmenwerk entwickelt. Hierbei finden internationale Berufs- und Bildungsklassifizierungen wie ISCO 88, NACE und ISCED 97 Berücksichtigung. Damit werden die Forschungsergebnisse zu den arbeitsmarktrelevanten Fragen wie dem Bestand und Bedarf an IT-Fachkräften europäisch generiert. Von hoher Bedeutung ist deren Einordnung in die aktuelle europäische Diskussion zur Lissabon Strategie sowie zum „Bologna-Prozess“ und dem „Brügge-Kopenhagen-Prozess“. Zum generisch entwickelten „ICT skills and qualifications framework“ für Europa, welches den Schwerpunkt der Empfehlungen bildet, werden somit abschließend auch Fragen zur Transparenz und Anerkennung beruflicher Qualifikationen, den Qualitätsstandards, der Zertifizierung oder zur Modularisierung und dem EQF bzw. ECVET europäisch thematisiert. Diese Empfehlungen werden dann exemplarisch zu „neuen“ deutschen IT-Ausbildungsberufen umgesetzt.



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