Doktorarbeit: Arbeitsmarktflexibilisierung in der Sozialen Marktwirtschaft

Arbeitsmarktflexibilisierung in der Sozialen Marktwirtschaft

Ordnungspolitische Überlegungen und empirische Analysen zum Abbau von Beschäftigungsbarrieren

Innovative Beschäftigungspolitik in Forschung und Praxis, Band 1

Hamburg , 366 Seiten

ISBN 978-3-8300-1772-1 (Print)
ISBN 978-3-339-01772-7 (eBook)

Zum Inhalt

Die anhaltend hohe strukturelle Arbeitslosigkeit ist eines der zentralen ökonomischen, politischen und sozialen Probleme in Deutschland. Als Rezept gegen das chronische Unterbeschäftigungsgleichgewicht wird von Experten seit vielen Jahren die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes angemahnt. Ein höheres Maß an Flexibilität könnte Beschäftigungsbarrieren abbauen und den Unternehmen so die Schaffung neuer sowie den Erhalt bestehender Arbeitsplätze erleichtern.

Diese Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen nachhaltig wirksamen Flexibilisierungsprozess in Gang zu setzen. Der Autor reiht sich dabei nicht einfach in die große Zahl jener Flexibilisierungsbefürworter ein, die lediglich auf die Funktionsfähigkeit eines freien Preismechanismus verweisen. Vielmehr versucht er, einen gangbaren Flexibilisierungsweg innerhalb der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft aufzuzeigen, der den scheinbaren Konflikt zwischen der Gewährleistung von Freiheit und Leistungsfähigkeit einerseits sowie sozialer Absicherung und Sicherheit andererseits auflöst.

Auf der Grundlage einer ordnungspolitischen Analyse wird eine idealtypische Arbeitsmarktverfassung herausgearbeitet, in der das Spannungsverhältnis zwischen marktwirtschaftlichen Wettbewerbsprinzipien einerseits und sozialen Ausgleichsprinzipien andererseits stets aufs Neue ausbalanciert wird. Diesem Spannungsverhältnis entspricht am Arbeitsmarkt das Spannungsfeld zwischen Flexibilität und Sicherheit. Um die starke Interdependenz beider Begriffe zu verdeutlichen leitet der Autor Begriff und Ebenen der Flexibilität aus dem Sicherheitsbegriff und dessen Ebenen ab. Aufbauend darauf entwickelt er einen so genannten „Flexicurity“-Baukasten, der konkrete Elemente für eine nachhaltige, das Spannungsfeld austarierende Flexibilisierung enthält.

Die daran anschließende, umfassende Darstellung aktueller Empirie und konkreter Beispiele aus der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte vermittelt eine gute Übersicht über die gegenwärtigen Problemlagen des Arbeitsmarktes. Anhand zentraler Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung und einer repräsentativen Unternehmensbefragung, die der Autor im Rahmen verschiedener Projekte durchgeführt hat, werden zudem konkrete Flexibilisierungspotenziale aufgezeigt. Der Prozess der Flexibilisierung kann nur gelingen – so das Fazit – wenn er ordnungspolitische Ambivalenzen berücksichtigt und die Aspekte der Flexibilität und der Sicherheit miteinander vereint: Mehr Flexibilität erfordert dabei zwingend neue, zeitgemäße Formen der (Selbst-) Sicherheit jenseits der traditionellen kollektiven Sicherungssysteme.

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