Dissertation: Konzerninteressen, Netzwerkstrukturen und die Entstehung einer europäischen Verteidigungsindustrie

Konzerninteressen, Netzwerkstrukturen und die Entstehung einer europäischen Verteidigungsindustrie

Eine Fallstudie am Beispiel der Gründung der „European Aeronautic, Defence and Space Company“ (EADS)

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 53

Hamburg , 214 Seiten

ISBN 978-3-8300-0966-5 (Print)

Rezension

[...] leistet Bockstette einen interessanten Beitrag zu den politikwissenschaftlichen Netzwerktheorien einerseits und zur Debatte um Lobbys in der Europäischen Union andererseits.

Zum Inhalt

Die Geschwindigkeit, in der sich die Welt verändert hat und weiter verändert, ist atemberaubend. Durch die weltpolitischen Entwicklungen und die mit gewaltigen Schritten voranschreitende Globalisierung wurde und wird die Europäische Union zum Handeln gezwungen. Die Fusion der amerikanischen Aerospace-Firmen Boeing und MDD und die daraus resultierende Fusion von DaimlerChrysler-Aerospace (DASA) mit der Aérospatiale-Matra sowie der CASA ist ein gutes Beispiel für die Dynamik, die Europa von außereuropäischen Vorgängen aufgenötigt wird.

Erheblichen politischen Einfluss üben solche Großunternehmen automatisch dort aus, wo sie bei der Forschung, Entwicklung und Produktion bestimmter Güter mit dem Staat verflochten sind. Das ist besonders in der Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtindustrie der Fall, wo netzwerkartige Verbindungen zwischen der Politik, den Verwaltungen und den Produzenten schon immer stark ausgeprägt gewesen sind. Hier wird deutlich, dass es sich beim Fusionsfall zur EADS um ein komplexes Gemisch von Themen der nationalen und europäischen Industriepolitik sowie der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik handelt. In diesem Sinne ist der Fusionsfall EADS ein sehr interessanter Fall für die europäische Wettbewerbspolitik und für die Sicherheitspolitik gleichermaßen.Diese Fallstudie befasst sich mit der Frage, warum es zur Gründung der ‘European Aeronautic, Defense and Space Company‘ (EADS) kam und wie sich hierbei die europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerne sowie die europäischen Regierungen gegenseitig beeinflusst haben.

Darüber hinaus wird aufgezeigt, welche Rolle die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU im Fusionsprozess EADS gespielt hat. Es wird schließlich erörtert, wann, wo, wie und mit welchem Erfolg die beteiligten Konzerne, die Regierungsstellen, die EU-Kommission, sowie andere Verfahrensbeteiligte Einfluss zu nehmen versucht haben. Resümierend wird dargestellt, was die Politikwissenschaft im Bereich der Netzwerktheorien anzubieten hat, um das alles zu erklären.

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