Dissertation: Soziale Unterstützung nach Trennung und Scheidung

Soziale Unterstützung nach Trennung und Scheidung

Eine Untersuchung zur Tragfähigkeit und Dynamik von Beziehungsnetzen

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 53

Hamburg 2002, 376 Seiten
ISBN 978-3-8300-0808-8 (Print)

Ehe, Einsamkeit, Familienbeziehungen, Individualisierung, Moderne, Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Scheidungsfolgen, Soziale Unterstützung, Soziologie

Zum Inhalt

Trennung und Scheidung sind Ereignisse, die nicht nur für die betroffenen Partner Auswirkungen haben. Ihr gemeinsames soziales Netz „zerreißt“ und sie müssen neue eigene Netze knüpfen. Von wem erfahren Menschen, deren Partnerschaften zerbrechen, Hilfe? Welche Beziehungen halten, welche erweisen sich als nicht tragfähig? Wie sehen die neuen Beziehungsnetze aus? Welche Bedeutung hat hierbei das Beziehungsnetz, das vor der Trennung bestand?

Die vorliegende empirische Untersuchung, die auf repräsentativen Längsschnittdaten beruht, zeigt die deutlichen Auswirkungen, die Trennungen und Scheidungen auf die sozialen Beziehungsnetze der Betroffenen haben. Die sozialen Netze „tragen“ in der Regel auch heute noch, allerdings in anderer Weise, als es aufgrund so mancher theoretischer Postulate zu erwarten gewesen wäre.

In der aktuellen soziologischen und gesellschaftspolitischen Diskussion wird häufig die Frage aufgeworfen, ob und unter welchen Bedingungen die sozialen Beziehungsnetze in modernen Gesellschaften funktionieren können. Durch das Aufbrechen traditionaler Familien- und Beziehungsmuster und die Zunahme biographischer Brüche gewinnen soziale Netze, insbesondere solche, die über die Kernfamilie hinausgehen, an Bedeutung. Solche sozialen Bezüge müssen vermehrt durch Eigenitiative des Einzelnen hergestellt und aufrecht erhalten werden. Eine Scheidung führt zu einer Situation, in der dies in ganz besonderer Weise der Fall ist, denn ein neues individuelles Netz muß aufgebaut werden.

Dieses Buch leistet dadurch, daß es empirisch fundierte Erkenntnisse und Argumente liefert, einen wichtigen Beitrag für die oft nur theoretisch geführte Diskussion um Individualisierung und die Folgen biographischer Brüche in modernen Gesellschaften.



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