Dissertation: Der Körperbehindertenpädagoge Hans Würtz (1875-1958)

Der Körperbehindertenpädagoge Hans Würtz (1875-1958)

Eine kritische Würdigung des psychologischen und pädagogischen Konzeptes vor dem Hintergrund seiner Biographie

Sonderpädagogik in Forschung und Praxis, Band 2

Hamburg , 406 Seiten

ISBN 978-3-8300-0661-9 (Print)

Zum Inhalt

Das vorliegende Buch liefert eine erste umfangreiche und kritische Auseinandersetzung mit den psychologischen und pädagogischen Konzepten von Hans Würtz (1875-1958) in Verbindung mit seiner Biographie. Würtz war einer der einflussreichsten, aber auch streitbarsten Protagonisten der Körperbehindertenpädagogik in Deutschland. Er hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts reformpädagogische Aspekte in seine „Krüppelpädagogik“ integriert und den Versuch unternommen, eine eigenständige „Krüppelpsychologie“ zu begründen. Der Begriff der „Krüppelseele“ wurde von Würtz etabliert, ein Wort, das sich in den zwanziger Jahren trotz heftiger Kritik seitens der Betroffenen zu einem fachwissenschaftlichen Terminus entwickeln konnte. Der Begriff umschreibt den von Würtz betonten Zusammenhang von körperlicher und psychischer Abweichung.

Das Buch beinhaltet ebenfalls die erste lückenlose Darstellung der Biographie des idealistischen und rastlosen Pädagogen, der 1933 als Sozialdemokrat und unangepasster Querdenker vor den Faschisten fliehen musste, seine Wirkungsstätte, das Oskar-Helene-Heim in Berlin, verlassen musste und in die Tschechoslowakei und später nach Wien emigrierte. Erstmalig konnte der private Nachlass des Pädagogen als Quellenmaterial herangezogen werden.

Neben seinen Monographien und zahlreichen Artikeln in der „Zeitschrift für Krüppelfürsorge“ gehört die „Hans-Würtz-Sammlung“ zu den Hinterlassenschaften des Pädagogen. Teile von dieser bislang verloren geglaubten Sammlung von Darstellungen körperbehinderter Menschen (Plastiken, Gemälde, Lithografien, etc.) konnten im Rahmen der Recherchen zu diesem Buch in Prag lokalisiert und erstmalig katalogisiert werden.

Die vorliegende Schrift schließt eine Lücke in der Historiographie der Behindertenpädagogik. Es wird ein neuer Blick auf Leben und Werk des Körperbehindertenpädagogen Hans Würtz ermöglicht, da dessen Biographie in den Bezügen seiner Zeit dargestellt wird und so die Basis für ein besseres Verstehen seiner „Krüppelpsychologie“ und „Krüppelpädagogik“ gelegt wird.

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