Forschungsarbeit: Die Divergenz von Magie und Religion

Die Divergenz von Magie und Religion

Von der Antike bis zur Neuzeit

Studien zur Geschichtsforschung des Altertums, Band 43

Hamburg , 222 Seiten

ISBN 978-3-339-12300-8 (Print)
ISBN 978-3-339-12301-5 (eBook)

Zum Inhalt

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Thema des Buches ist die Scheidelinie zwischen Magie und Religion, die zu keiner Zeit klar gezogen war. Chronologisch schlägt es einen breiten Bogen vom antiken Polytheismus über das europäisch-christliche Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Das Buch kann schon wegen dieses komplexen, mehrschichtigen Ansatzes als im besten Sinne interdisziplinär gelten: Es überschreitet Grenzen zwischen Altertumswissenschaft und Mediävistik, zwischen Geschichts- und Religionswissenschaft, zwischen Philologie und Historischer Anthropologie.

Divergenz von Magie und Religion ist nach chronologischen und sachsystematischen Kriterien disponiert. Innerhalb der Antike arbeitet sich das Buch logisch vom Allgemeinen zum Besonderen vor: beginnend mit grundsätzlichen Überlegungen zum Verhältnis zwischen Religion und Magie, die zunächst anhand des Corpus der griechischen Zauberpapyri (PGM) und dann durch eine gründliche Analyse der Rechtstexte exemplifiziert werden. Daran schließen sich je ein Kapitel über die Umbruchsphase von der Antike zum Mittelalter, zu mittelalterlichen Magiebegriffen und zur Situation in der Frühmoderne an.

Bei ihrer Erörterung des Verhältnisses zwischen Magie und Religion im klassischen Altertum führt die Autorin die Beschäftigung mit Magie zunächst bis in die neobabylonische Zeit und die Texte der Chaldäer zurück. Anschließend erörtert sie die Rolle der μάγοι im achaimenidischen Persien und wendet sich dann der griechischen und lateinischen Terminologie von Magie und Zauberei zu. Als kommunikative Technik, angesiedelt in einem „Zwischenreich“ zwischen der Götterwelt und der menschlichen Sphäre definiert, beschreibt das Buch die Magievorstellungen der griechisch-römischen Antike sehr anschaulich. Außerdem wendet es sich Begriffen und Praktiken von Religion sowie Göttlichkeit in der Antike zu. Es betont die grundsätzliche Kompatibilität griechischer, römischer und etruskischer Vorstellungen und bemerkt zutreffend, dass der moderne Religionsbegriff erst durch Abstraktion des Christentums entstanden ist.

Die allgemeinen Überlegungen zum Verhältnis zwischen Magie und Religion erdet die Autorin durch eine quellenkritische Analyse des Corpus der griechischen Zauberpapyri (PGM) aus der späteren römischen Zeit. Die erfreulich kleinschrittige, methodisch sauber angelegte Lesung dieses Corpus zusammen mit der semiotischen Analyse des papyrologischen Materials, die durch ein „Kommunikationsmodell Magie“ grundiert wird, ist der unbestrittene analytische Kern der Arbeit.

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