Dissertation: IFRS-Rechnungslegung und Eigenmittel nach CRR

IFRS-Rechnungslegung und Eigenmittel nach CRR

Kritische Würdigung des Einflusses der Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 auf die Ermittlung der Eigenmittelanforderungen nach CRR

Internationale Rechnungslegung, Band 53

Hamburg 2020, 426 Seiten
ISBN 978-3-339-11886-8 (Print), ISBN 978-3-339-11887-5 (eBook)

Bankbilanzierung, Bankenaufsicht, CRR, Eigenkapital, Eigenkapitalvorschriften, Eigenmittel, Fair Value, Finanzinstrumente, IFRS 9, Rechnungslegung, Stille Reserven

Zum Inhalt

Banken sind aufsichtsrechtlich dazu verpflichtet, ausreichend Eigenmittel im Verhältnis zu den eingegangenen Geschäftsrisiken vorzuhalten. Grundlage für die Ermittlung dieser Eigenmittelgröße ist der Jahresabschluss. Mithin legen Banken, die nach IFRS bilanzieren, den IFRS-Abschluss als Datenbasis zugrunde, so dass die Ansatz- und Bewertungsvorschriften nach IFRS ‒ bei Verzicht auf entsprechende Korrekturmaßnahmen ‒ unmittelbar auf die bankenaufsichtliche Größe durchschlagen.

In der Literatur wird dieser Zusammenhang von IFRS-Rechnungslegung und Bankenaufsicht überwiegend kritisch betrachtet. Im Zentrum der Kritik steht die Bewertung zum fair value. Als Gründe werden primär die damit einhergehende Volatilität der Eigenmittelgröße und die dadurch ausgelösten prozyklischen Effekte, die Bewertungsunsicherheiten im Fall fehlender Marktpreise sowie der Verstoß gegen das aus der traditionellen handelsrechtlichen Rechnungslegung deutscher Prägung bekannte Realisationsprinzip angeführt.

Die konzeptionelle Eignung des fair value stellt somit die zentrale Zweifelsfrage bezüglich der Anwendung von IFRS-Daten für bankenaufsichtliche Zwecke dar und ist Kern dieser Arbeit. Hierzu erarbeitet die Autorin auf konzeptioneller Ebene einen aus der Zwecksetzung der Bankenaufsicht abgeleiteten Bewertungsrahmen, um darauf aufbauend die drei folgenden Bewertungsmodelle für die Zwecke der Aufsicht zu würdigen: das Anschaffungskostenmodell, der full fair value approach und die Bewertungssystematik nach IFRS 9. Besondere Berücksichtigung findet dabei die Geschäftstätigkeit der Banken, d.h. die Aktivitäten des commercial banking einerseits und des investment banking andererseits.

Abschließend folgt auf Basis der Ergebnisse der konzeptionellen Analyse eine Untersuchung des aktuellen Rechtsrahmens zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen nach CRR auf Basis des IFRS-Eigenkapitals. Es werden die nach CRR vorgesehen Korrekturen in Bezug auf die Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 dargestellt und gewürdigt.



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