Dissertation: Syntaktische Kartografie der generativen Negationsmodelle im Jiddischen, Deutschen und Polnischen

Syntaktische Kartografie der generativen Negationsmodelle im Jiddischen, Deutschen und Polnischen

Schriften zur Vergleichenden Sprachwissenschaft, Band 29

Hamburg , 162 Seiten

ISBN 978-3-339-11194-4 (Print)
ISBN 978-3-339-11195-1 (eBook)

Zum Inhalt deutsch english

Eine von den Basiskompetenzen, die den Menschen zum Überleben verhelfen, ist die Verbalisierung der mentalen Prozesse. Das Übermitteln von einfachen und komplexen Sprachmitteilungen, die Fähigkeit Gedanken, Bedürfnisse, Einstellungen in Worte zu fassen, zu abstrahieren und zu differenzieren ist die Grundlage für gesellschaftliche Existenz der Menschheit.

Die Kommunikation basiert auf der Differenzierung der Aussagen, die im Fall der Negation die sog. semantische Polarität ([in +] und [in -]), d. h. die positiv und negativ wirkende Übertragung des semantischen Satzwertes, bedeutet.

Zustimmen heißt die Realität zu bejahen, negieren der früheren Bejahung ermöglicht eine andere, differenzierte Stellungnahme. Ohne verneinen zu können, wären wir nicht befähigt, kompetent unsere eigenen Akzeptanzgrenzen zu setzen.

Die in dieser Abhandlung beschriebene funktionale Negation im Jiddischen, Deutschen und Polnischen wird mit mannigfaltigen Wort- und Syntaxexponenten realisiert, die sich nicht nur hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen syntaktischen Klassen unterscheiden, sondern auch durch ihre eigene Semantik spezifische Sprachsystemmerkmale erweisen. Die kommunikative Absicht des Sprechenden und die angewandte Quantität der determinierenden Negationsfaktoren in der Aussage der untersuchten Sprache übt den Einfluss auf ihren semantischen Wert aus. Prosodie und Lokalisierung in den Phrasenstrukturen des Satzes bestimmen den Satzbereich, der von dem Sprechenden verneint wird.

Neben dem theoretischen Bereich des Negationsphänomens im Jiddischen, Deutschen und Polnischen wird das Negationsinventar von diesen Sprachen präsentiert und konfrontiert. Im Anschluss werden die generativen Negationsmodelle in Basisgruppen kategorisiert und ihre detaillierte syntaktische Struktur gemäß der kartografischen Auffassung (Abbildung der Phrasenstrukturen) dargestellt.

Sowohl die offenen Fragen, die bei der Recherche der universellen Gemeinsamkeiten des Negationsprozesses gestellt worden sind, als auch die Beschreibung der Abnormitäten der syntaktischen Negationskonstruktionen bilden ein weiteres und interessantes Forschungsgebiet.

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