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Geschlechter­disparitäten in mathematischen Vorläufer­fertigkeiten und Kompetenzen im Übergang vom Elementar- in den Primarbereich

Studien zur Kindheits- und Jugend­forschung, Band 69

Hamburg 2018, 302 Seiten
ISBN 978-3-339-10076-4

Elementarbereich, Entwicklung, Genderforschung, Geschlechterdisparitäten, Mathematische Kompetenzen, Mathematische Vorläuferfertigkeiten, Primarbereich, Psychologie, Quantil-Regression, Vorschulalter

Zum Inhalt

Im Zusammenhang mit der Bedeutung mathematischer Kompetenzen für den späteren beruflichen Werdegang werden häufig auch Geschlechterdisparitäten diskutiert, um etwa die eklatante Unterrepräsentation von Frauen in den sogenannten MINT-Disziplinen zu erklären. Mittlerweile gilt für die Sekundarstufe in Deutschland die Erkenntnis als recht gesichert, dass männliche Studienteilnehmer in standardisierten Testverfahren bessere Leistungen erzielen als weibliche, wobei die Höhe der unterschiedlichen Leistungen von einer Vielzahl an Variablen abhängt, u.a. vom konkreten Inhaltsbereich (z.B. Geometrie vs. Umsetzung einfacher Rechenoperationen). Während dieser Befund auf einer breiten Datenlage fußt, sind gesicherte Aussagen über die Anfänge dieser geschlechtsspezifischen Unterschiede weiterhin kaum möglich.

Mit dem Würzburger Vorschultest wurde ein Verfahren konstruiert, das bereits im Elementarbereich mathematische Vorläuferfertigkeiten und Kompetenzen über den gesamten Leistungsbereich hinweg abzubilden vermag. Der Autor berichtet über die Entwicklung des Testverfahrens, die Pilotierung und die Normierung. Die dargestellten Befunde stellen heraus, dass frühe geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede in mathematischen Vorläuferfertigkeiten und Kompetenzen bereits vor Schuleintritt vorhanden sind und dass eine ausreichende Differenzierung im oberen Leistungsbereich als notwendige Voraussetzung für zielführende Analysen anzusehen ist.

Aus den Befunden ergeben sich weitreichende Implikationen sowohl für die weitere Forschung im Hinblick auf die Anfänge geschlechtsspezifischer Leistungsunterschiede als auch für angrenzende Disziplinen. Geschlechtsspezifische Unterschiede scheinen sich nicht erst durch unterschiedliche Interessen im Verlauf der Primar- oder gar Sekundarstufe zu entwickeln; Erklärungen für diese Leistungsunterschiede sind bereits deutlich früher zu verorten. Jenseits der konkreten inhaltlichen Implikationen wird abschließend auf Möglichkeiten hingewiesen, die in der Studie eingesetzten Quantil-Regressionen zielführend in weiteren (pädagogisch-)psychologischen Forschungsarbeiten anzudenken, z.B. im Hinblick auf Trainingseffekte von Förderprogrammen für unterschiedliche Leistungsgruppen.



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