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Doktorarbeit: Archäologisches Kulturerbe, lokale Erinnerungskultur und jugendliches Geschichts­bewusstsein bei den Maya

Archäologisches Kulturerbe, lokale Erinnerungskultur und jugendliches Geschichts­bewusstsein bei den Maya

Eine historische und ethnographische Untersuchung indigener Interpretationen der vorspanischen Zeit, der spanischen Invasion und des Bürgerkriegs in Guatemala

Mit CD-ROM

Schriften zur Kultur­wissenschaft, Band 87

Hamburg 2010, 642 Seiten
ISBN 978-3-8300-5153-4

Bürgerkrieg, Erinnerungskultur, Ethnohistorie, Ethnologie, Geschichtsbewusstsein, Gewalt, Guatemala, Indigene Archäologie, Kulturwissenschaft, Maya, Mesoamerika, Religion, Schule

Zum Inhalt

Die letzten Jahrzehnte bedeuteten einen radikalen Umbruch in der Geschichte und Geschichtsschreibung der Maya. Während sich das wissenschaftliche Bild der vorspanischen Kultur durch die Entzifferung der Hierogylphenschrift erheblich erweiterte, hatte die Repression der indigenen Bevölkerung im guatemaltekischen Bürgerkrieg (1960-1996) ihren traurigen Höhepunkt erreicht. Seit dem Ende der Kampfhandlungen findet aber ein neues Selbstbewusstsein Verbreitung. Basierte indigene Kultur vormals auf den einzelnen Gemeinden mit ihren unterschiedlichen Trachten, Sprachen und Traditionen, so gewinnt heute eine landesweite Maya-Identität zunehmend an Bedeutung. Anstatt nur auf lokale Traditionen zurückzugreifen, bedienen sich kulturelle Aktivisten heute verstärkt der vorspanischen Geschichte und fordern Gehör für ihre eigenen Vergangenheitsdeutungen. Während sich in Nordamerika eine neue Schule indigener Archäologie entwickelt hat, die eine stärkere Integration der Interessen lokaler Gemeinschaften anstrebt, ist aus Guatemala bisher wenig über das Geschichtsdenken der Maya bekannt.

Lars Frühsorge füllt diese Lücke mit dieser Studie in unterschiedlicher Weise: In einem historischen Abriss wird die Entwicklung des indianischen Geschichtsdenkens von der vorspanischen Zeit bis in die Gegenwart nachvollzogen. Anschließend folgt eine Diskussion der heutigen Erinnerungskultur, deren Vielfalt mit Beispielen aus verschiedenen Teilen des Landes illustriert wird. Im Zentrum der Analyse stehen dabei die lokale Wahrnehmung von archäologischem Kulturerbe sowie die Interpretationen der vorspanischen Epoche, der spanischen Eroberung und des Bürgerkrieges, wie sie in traditionellen Ritualen und mündlicher Überlieferung, aber auch in modernen Wandbildern und Museen Ausdruck finden. Zudem werden die Ergebnisse einer Befragung von 525 Jugendlichen analysiert, womit im Rahmen dieser Studie die erste überregionale Studie zum Geschichtsbewusstsein Jugendlicher in Guatemala vorliegt. Mit dieser thematischen Breite richtet sich das Werk nicht nur an ein archäologisch, historisch und ethnologisch interessiertes Publikum, sondern stellt auch einen bedeutenden Beitrag zur Debatte um Erinnerung und Geschichtsbewusstsein im Allgemeinen dar.

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