Volltext aus dem Fachbereich Literaturwissenschaft & Sprachwissenschaft

Forschungsarbeit: Rhythmik und Lautstrukturen in Marina Cvetaevas Versdramen Ariadna und Fedra

Rhythmik und Lautstrukturen in Marina Cvetaevas Versdramen Ariadna und Fedra

Grazer Studien zur Slawistik

Hamburg , 250 Seiten, ISBN 978-3-8300-7025-2 (Print), ISBN 978-3-339-07025-8 (eBook)

Verbindungen zwischen formalen Aspekten lyrischer Texte und ihrer Semantik wurden bereits in früheren Studien durch synästhetische Assoziationen von Poeten erklärt. Daran anknüpfend fragt die systematische Untersuchung von Marina Cvetaevas Versdramen Ariadna (1924) und Fedra (1927) nach dem semantischen Potenzial von Metrum, Rhythmus und Lautstrukturen.

Der Theorieteil bietet eine Darstellung der lyrischen Formexperimente im historischen Kontext des Silbernen Zeitalters sowie eine Diskussion zentraler verstheoretischer Methoden. Berücksichtigung finden dabei v.a. Ansätze von Etkind, Gasparov, Kvjatkovskij, Lotman, Taranovskij, Tomaevskij und Žirmunskij. Es erfolgt zudem eine knappe inhaltliche wie formale Einbettung der analysierten Tragödien in die Tradition früherer (lyrischer) Bearbeitungen der ihnen zugrunde liegenden mythologischen Stoffe.

In den daran anknüpfenden Analyseabschnitten werden konkrete Korrelationen von Metrum, Rhythmus und Lautstrukturen mit inhaltlichen Aspekten der Dramen aufgezeigt. Wie sich herausstellt, strukturieren Metren die Handlung der beiden Tragödien, indem sie inhaltlich aufeinander bezogene Szenen verbinden. Rhythmus erfüllt hauptsächlich Funktionen der Informationsgliederung und Argumentation. Ausgewählte Lautstrukturen sind mit Grundemotionen assoziiert und prägen den atmosphärischen Situationshintergrund. Das Wechselverhältnis zwischen diesen Kategorien wird in einem abschließenden Synthesekapitel diskutiert.

Die Monografie systematisiert und verknüpft Methoden zur Analyse von Wechselbeziehungen zwischen Form und Inhalt in der Lyrik. Durch Anwendung auf Cvetaevas Verstragödien bietet sie einen Überblick über dort vorliegende Korrelationen sowie über die dadurch bewirkte Mimetisierung der Dramenhandlung mittels Metrum, Rhythmus und Lautstrukturen.

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