Volltext aus dem Fachbereich Sportwissenschaft & Bewegungswissenschaft

Doktorarbeit: Koordinationstraining im Basketball

Koordinationstraining im Basketball

Von Ressourcen über Anforderungen zu Kompetenzen. Theoretisches Konzept - Empirische Studie - Erprobungsmodell

Schriften zur Sportwissenschaft

Hamburg 2003, 536 Seiten, ISBN 978-3-8300-1067-8

Das Basketballspiel stellt hohe technisch-koordinative Anforderungen. Experten und Trainer halten ein akzentuiertes, trainingsbegleitendes, systematisches Koordinationstraining für notwendig – vor allem im Jugendbereich. Die Trainingspraxis allerdings orientiert sich fast ausschließlich am Konzept der "koordinativen Fähigkeiten". Es fehlt an aktueller wissenschaftstheoretischer Fundierung.

Das vorliegende Buch schlägt einen neuen Weg ein. Ein erweitertes Koordinationsverständnis, die Einbeziehung moderner bewegungswissen-schaftlicher Ansätze und die Einheit von struktureller und prozessualer Betrachtung prägen das theoretische Konzept.

Der Entwurf eines Koordinationsmodells für Basketball bildet die Grundlage für den Ansatz eines Koordinationstrainings. Es werden Ziele, Inhalte und Methoden eines akzentuierten Basketball-Koordinationstrainings vorgeschlagen. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor der Systematisierung des Koordinationstrainings im Nachwuchsbasketball.

In die empirische Studie sind zehn männliche U 16 - Leistungsmannschaften mit 125 Versuchspersonen aus dem Südwesten Deutschlands eingebunden. Die Hauptuntersuchung erstreckt sich über sechs Monate. Fünf Teams erproben ein detailliert ausgearbeitetes 90-seitiges Trainingsprogramm, dessen Kern aus einer Sammlung von Übungen, Spielformen und Spielen zum Basketballkoordinationstraining besteht (Erprobungsmodell).

Die empirisch-analytische Studie und das Trainingsexperiment erbringen interessante Ergebnisse. Die Resultate der Strukturanalyse bestätigen ansatzweise das gewählte Theoriemodell. Dem Autor gelingt der Nachweis von charakteristischen und stabilen Ressourcenverknüpfungen in individuellen Profilen. Selbst starke körperliche Entwicklungsprozesse bei den 13- bis 15-jährigen Spielern (Akzeleration) bleiben motorisch ohne ernsthafte Folgen, wenn zielgerichtet koordinativ trainiert wird. Der Wert des Trainingsexperiments liegt in der Erprobung des didaktisch-methodischen Konzepts. Praktikabilität und Effektivität der trainingsbegleitenden koordinativen Schulung deuten sich an.

Diese anwendungsorientierte Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag, die Bedeutung des Koordinationstrainings als noch wenig ausgeschöpfter Leistungsreserve im Ausbildungsprozess des Sportspiels Basketball zu heben.

Basketball, Kompetenzen, Koordinationstraining, Pädagogik, Ressourcen, Sportwissenschaft, Trainingsprogramm

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