: Spiel- und Theaterpädagogik als Fundament in der Regiearbeit

Spiel- und Theaterpädagogik als Fundament in der Regiearbeit

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 70

Hamburg , 244 Seiten

ISBN 978-3-86064-895-7 (Print)

Zum Inhalt

Diese Arbeit betrachtet die Regiearbeit unter dem Blickwinkel der Spiel- und Theaterpädagogik - es geht also darum, die Tätigkeit des Spiel- und Theaterpädagogen und sein Arbeitsgebiet im Zusammenhang mit der Regiearbeit zu untersuchen. Die Grundhypothese besagt, dass Theatermachen ein kollektiver Schaffensprozess ist und dass dieses in der Regel sowohl für Amateure als auch für professionelle Theatermacher gilt. So werden der Inszenierungsprozess des Amateurtheaters und des „nicht konventionellen“, professionellen Theaters zum Vergleich herangezogen. Bausteine der Untersuchung sind die Arbeiten von Theatermachern, die besonders zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Theaterlandschaft beeinflusst haben, sowie Theatermacher und Theoretiker wie Schechner, Barba und Brook.

Im professionellen Theater gibt es spezifisch ausgebildete Leute, die bestimmte Aufgaben wahrnehmen, zum Beispiel Regisseur, Dramaturg, Bühnenbildner, Lichtdesigner, Bühnenassistent und Techniker. Solche spezialisierten Mitarbeiter kann sich das Amateurtheater nicht leisten. Amateurtheater-Gruppen müssen in der Regel kollektiv arbeiten; Amateure übernehmen oft selbst Lichteinstellungen, das Bühnenbild wird oft von den Gruppenmitgliedern und vom Regisseur gemeinsam entwickelt und realisiert, und auch die Öffentlichkeitsarbeit muss von Gruppenmitgliedern gemacht werden.

Ein besonderes Merkmal bei den Amateuren ist die Freiwilligkeit der Arbeit. Keiner zwingt sie, sich mit dem Theater zu beschäftigen, sie tun es aus eigenem Interesse. Wenn der Inszenierungsprozess für Amateurschauspieler keine Anziehungskraft mehr besitzt, kann das die Auflösung der Gruppe bedeuten. Deshalb muss schon der Weg bis zur Aufführung für sich selbst attraktiv sein; Spiele, Übungen und Improvisationen können helfen, ihn erlebnisreich und spielerisch zu gestalten. Aber diese Spiele sind nicht nur der Zucker, der die bittere Pille Theaterarbeit versüsst - sie formen und beeinflussen den gesamten Prozess.

So ist für die Amateurtheatergruppen, die das schauspielerische Handwerk nicht beherrschen, ein konventioneller Inszenierungsprozess eher hinderlich. Für Amateure ist das Theater eine andere Ausdrucksform und zugleich ein ästhetischer Lernprozess, welcher sie begeistert. Für sie soll ein Inszenierungsprozess gelten, der an sich Spass macht. In diesem Zusammenhang konstituieren Spiele und Übungen eine Atmosphäre, mit der Laiendarsteller vertraut sind und in der sie ihre eigene Kreativität einsetzen können.

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