: Christentum und Antike im Werk von Stefan Andres

Christentum und Antike im Werk von Stefan Andres

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 37

Hamburg , 204 Seiten

ISBN 978-3-86064-894-0 (Print)

Zum Inhalt

Christentum und Antike - damit sind die Bereiche und Traditionszusammenhänge genannt, die die europäische Kultur bestimmen. Der Dichter und Schriftsteller Stefan Andres hat sich selbst gern als Europäer bezeichnet. Die Arbeit untersucht die Bedeutung dieser Bereiche in seinem Werk. Dass eine genaue Abgrenzung von Christentum und Antike auch bei allgemeiner historischer und systematischer Betrachtung schwierig ist, zeigt die Einleitung. Wie Stefan Andres auf der Grundlage seiner christlich-katholischen Sozialisation der Antike begegnet ist, welche Elemente er aus beiden Überlieferungen aufgegriffen hat, wird in einem biographischen Überblick dargestellt. Es entsteht ein individuelles Profil des Autors mit seinen spezifischen Vorstellungen in künstlerischer, politischer und religiöser Hinsicht.

Das schriftstellerische Werk, das oftmals dem Lebenszusammenhang sehr nahe liegt, ist ebenfalls in seinen Themen und Formen, in seinen Fragestellungen wie seinen Antworten durch Christentum und Antike bestimmt. Dieses wird an ausgewählten Werken aus allen Entwicklungsphasen von Andres‘ künstlerischem Schaffen nachgewiesen. Der Bogen spannt sich von den frühen Legenden im Dienst katholischer Mission bis zu dem posthum erschienenen Roman „Die Versuchung des Synesios“. Sorgfältige Interpretationen bezeugen die Ergiebigkeit des Untersuchungsansatzes. Im christlich orientierten Schreiben wird die hervorragende Bedeutung der Bibel herausgearbeitet. Die antike Orientierung zeigt sich neben historischen und philosophischen Aspekten in der Würdigung des Mythos, in Anlehnung an Bachofen, C.G. Jung und Karl Ker?nyi. Eine gründliche Untersuchung erfährt Andres‘ wohl bekanntestes Werk: „Wir sind Utopia“. Aufschlussreich für Lesevoraussetzungen und -gewohnheiten sowie deren Steuerung ist die Rezeptionsgeschichte dieses Werkes, die eingehend dargestellt wird. Der letzte Roman „Die Versuchung des Synesios“ bietet eine Zusammenfassung dessen, was die Autorin ins Zentrum ihrer Untersuchung gestellt und als zentrales Anliegen des Autors ausgemacht hat: das Zusammenwirken von Antike und Christentum.

Den Abschluss der Arbeit bildet die Frage, ob Andres‘ Werke als christliche Literatur zu bezeichnen sind. Die literaturwissenschaftliche wie theologische Fragwürdigkeit einer solchen Kategorie wird diskutiert, ihr widersprechen auch Andres‘ eigene Äußerungen zur Poetik und Ästhetik seines Werkes. Unüberhörbar ist jedoch die religiöse Orientierung und Intention.

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