: Zwischen Ablehnung, Anpassung und Zerissenheit

Zwischen Ablehnung, Anpassung und Zerissenheit

Deutsche Exilautoren in den USA. Eine Typologie am Beispiel von Hans Marchwitza, Hans Sahl und Ludwig Marcuse

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 35

Hamburg , 166 Seiten

ISBN 978-3-86064-883-4 (Print)

Zum Inhalt

Für viele der 2000 deutschsprachigen Autoren, die durch das Aufkommen des Nationalsozialismus emigrieren oder ins Exil gehen mussten, bedeuteten die USA den Endpunkt einer langen Odyssee. Mit über 300.000 aufgenommenen Flüchtlingen zwischen 1933 und 1945 nahm das Land die Spitzenposition unter den Exilländern ein. Besonders nach 1939, als die meisten europäischen Staaten von deutschen Truppen besetzt waren, erhielten die Vereinigten Staaten für das Überleben der Naziverfolgten eine herausragende Bedeutung. Einmal auf der anderen Seite angekommen, wurden viele Flüchtlinge mit einer Realität konfrontiert, die nicht ihren Hoffnungen, Erwartungen und Vorstellungen entsprach. Die Begegnung mit den Vereinigten Staaten wurde zu einer Begegnung mit dem Fremden.

Hauptthese des Buches ist, dass die Rezeption der USA zu den drei unterschiedlichen Reaktionsweisen der Ablehnung, der Anpassung und der Zerrissenheit führte. Die Autoren, die im Zentrum des Buches stehen, werden im Sinne Max Webers als Idealtypen dieser Reaktionsweisen entwickelt. Ihre Darstellung amerikanischer Gesellschaft und Kultur sowie deren Hintergründe und Motivation wird anhand ihrer Autobiographien untersucht und verdeutlicht. Für den Typus der Ablehnung steht der Schriftsteller Hans Marchwitza (1890-1965). Der Journalist Hans Sahl (1902-1993) repräsentiert den langsamen Prozess der Anpassung. Der Typus der Zerrissenheit wird anhand des Philosophen und Literaturkritikers Ludwig Marcuse (1894-1971) untersucht.

Der Autor unternimmt den Versuch, neue Ergebnisse der Autobiographie- und der Exilforschung miteinander zu kombinieren und setzt sich dabei kritisch mit den Forschungsergebnissen auf diesem Gebiet auseinander. Zudem wird die Situation der Exilanten im Amerika der 30er und 40er Jahre anhand ihrer Lebensbedingungen, der Einwanderungsgesetzgebung sowie der Aufnahme durch die einheimische Bevölkerung eingehend beleuchtet. Die Typologie gewinnt so eine Bedeutung über die drei exemplifizierten Fälle hinaus, die auch auf andere Autoren anwendbar ist.

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