Doktorarbeit: Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit als Disposition

Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit als Disposition

Zur Validierung eines Konstruktes

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 27

Hamburg 1998, 200 Seiten
ISBN 978-3-86064-739-4 (Print)

Disposition, Gerechtigkeitspsychologie, Konstruktvalidierung, Psychologie, relative Deprivation, Rumination, Strukturgleichungsmodell, Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeitssensibilität

Zum Inhalt

Das gerechtigkeitsbezogene Erleben und Verhalten des Menschen scheint in hohem Maße komplex, variabel und zugleich ein äußerst differenziertes und facettenreiches Phänomen zu sein. Neben sozialen Bedingungen und situativem Kontext werden zunehmend „Personeneigenschaften“ herangezogen, um solches Erleben und Verhalten zu beschreiben, zu erklären und vorherzusagen. Angesichts der Ergebnisse etlicher Studien scheint es plausibel, die Gerechtigkeitsorientierung selbst als Persönlichkeitsmerkmal der Person zu betrachten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung stützen die Vermutung, dass es sich bei der „Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit“ um eine latente Disposition handelt. Die Arbeit befasst sich mit dem individuellen Empfinden von Ungerechtigkeiten und zeigt auf, dass interindividuell bedeutsame Differenzen bei der Wahrnehmung von Ungerechtigkeit zu eigenen Ungunsten bestehen. Ziel ist es, den Status der „Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit“ als Disposition empirisch nachzuweisen und seine Validität zu überprüfen. Hierbei wird auf verschiedene Datenquellen zurückgegriffen.

Zunächst zeigt der Autor, dass die Anwendung des differentiellpsychologischen Paradigmas der Komplexität des gerechtigkeitsbezogenen Erlebens und Verhaltens des Menschen eher gerecht wird als die Anwendung allgemeinpsychologisch formulierter Gerechtigkeitstheorien. Weiter werden das Konzept „Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit“ anhand der Studie von Schmitt, Neumann und Montada (1995) erläutert und zwei empirische Untersuchungen dargestellt, welche die Validität dieses Konstruktes bestätigen.

In der Studie I werden die Ergebnisse einer quasi-experimentellen Laboruntersuchung präsentiert, in der die auf wahrgenommene Ungerechtigkeit folgenden kognitiven, emotionalen sowie behavioralen Reaktionen der Versuchspersonen erfasst werden. In den Studien II und III wird die diskriminante Validität der Ungerechtigkeits-Perseveranz-Skala sowie der Ruminations-Skala aufgezeigt. In Studie IV werden Ergebnisse einer Langzeitstudie präsentiert, welche die zeitliche Stabilität der selbsberichteten „Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit“ belegen. In den Studien V bis VII schließlich wird die selbstberichtete „Sensibilität für widerfahrene Ungerechtigkeit“ anhand von Peer-Ratings validiert.



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