: Untersuchungen zur Gesellschaft des Hunnenreiches auf kulturanthropologischer Grundlage

Untersuchungen zur Gesellschaft des Hunnenreiches auf kulturanthropologischer Grundlage

Studien zur Geschichtsforschung des Altertums, Band 3

Hamburg 1998, 332 Seiten
ISBN 978-3-86064-631-1 (Print)

Attila, Ethnogenese, Germanen, Geschichtswissenschaft, Gesellschaftsstruktur, Hunnen, Königtum, Reiternomaden, Sozialstruktur

Zum Inhalt

Dieses Buch untersucht auf Grund einer erweiterten theoretischen und methodischen Grundlage die Gesellschaftsstruktur des Hunnenreiches in Europa. Zugrunde liegt eine evolutionistisch ausgerichtete kulturanthropologische Methode.

Nach einem ausführlichen Bericht zur Forschungsgeschichte über Herkunft, Sprache, Habitus und Sozialstruktur der Hunnen werden in der Untersuchung zu diesen Themen neue Akzente gesetzt.

Entgegen der bisher geltenden Forschungsmeinung kann man nicht von einer allmählichen Zentralisierung der monarchistischen Gewalt sprechen. Attila war kein absoluter Herrscher, vor dem seine Untertanen zitterten. Seine Macht war vielmehr - wie auch die seiner Vorgänger - durch eine gentilische Gesellschaftsstruktur begrenzt. An der Partizipation der Machtausübung nahmen sowohl die Mitglieder der königlichen Familie wie auch die hunnische und germanische Stammesaristokratie teil.

Das wichtigste politische Element in der Machtausübung - sowohl des Königs als auch der Aristokratie - war die bewaffnete Gefolgschaft. Diese Institution war nicht nur bei den Germanen, sondern auch bei den Reiternomaden tief in der Sozialgeschichte verwurzelt.

Die Sozialstruktur des Hunnenreiches zeigt in seiner Grundlage keinen Unterschied zu den vorangegangenen und nachfolgenden Reichen der Reiternomaden. Neben einer Oberschicht mit ihren bewaffneten Gefolgschaften lässt sich nur eine unfreie Schicht nachweisen. Ein freies Hirtenkriegertum kann in den Quellen nicht nachgewiesen werden.



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