: Computergestützte Analyse der Objekterkennung

Computergestützte Analyse der Objekterkennung

Modelle, Einflußfaktoren und diagnostische Möglichkeiten

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 20

Hamburg 1997, 268 Seiten
ISBN 978-3-86064-582-6 (Print)

computergestützt, Diagnostik, Kategorienspezifität, Neuroanatomie, Objektbenennung, Objekterkennung, Objekterkennungsstörung, Psychologie

Zum Inhalt

Einem Sprichwort zufolge sagt „ein Bild mehr als tausend Worte“. Dies gilt allerdings nur dann, wenn wir den dargebotenen Gegenstand oder das Symbol erkennen und somit befähigt sind, seinen Bedeutungsgehalt zu entschlüsseln. Der diesem Erkennen zugrundeliegende kognitive Prozess ist so automatisiert, dass er uns selbstverständlich erscheint. Man könnte also glauben, etwas so „Natürliches“ wie die Objekterkennen bedürfe keines theoretischen Erklärungsmodells und keiner empirischen Untersuchung. Doch die Pathologie widerlegt in oft erschreckender Weise dieses Phänomen der Selbstverständlichkeit.

Soll Patienten mit einer Störung der Objektwahrnehmung adäquate Hilfestellung in diagnostischer und therapeutischer Hinsicht gegeben werden, so sind neben funktionalen und neuroanatomischen Modellen, die die Mechanismen der Objektwahrnehmung erklären, auch standardisierte Untersuchungs- und Trainingsmethoden nötig, die durch eine theoriegeleitete Vorgehensweise die Defizite des Patienten zu erkennen und zu lindern vermögen. Deshalb wird in dieser Arbeit ein Untersuchungsmaterial entwickelt, das hinsichtlich verschiedener Einflussgrößen kontrolliert ist und somit im Bereich der Objekterkennung in unterschiedlichen Kontexten und Fragestellungen verwendet werden kann.

Zunächst beschäftigt sich der Verfasser mit gängigen Modellen der Objekterkennung und verdeutlicht funktionale Zusammenhänge anhand von verschiedenen theoretischen Modellen. Außerdem setzt er sich mit den neuroanatomischen Grundlagen und neuesten Untersuchungstechniken auseinander, die das Verhältnis von Funktion und Anatomie in einem neuen Licht erscheinen lassen. Er entwickelt ein integratives Modell, das funktionale Zusammenhänge und anatomische Grundlagen berücksichtigt und klinischen Befunden im Bereich der Objekterkennung Rechnung trägt.

Im zweiten Teil der Arbeit werden zentrale Einflussfaktoren dargestellt, die auf einzelne funktionale Komponenten des postulierten Modells wirken und als Grundlage der folgenden empirischen Untersuchungen dienen. Es geht um die Frage, ob und welche Faktoren die Objekterkennungsleistung beeinflussen und wie diese zu kontrollieren sind sowie darum, wie sich diese Einflussgrößen auf die Leistung im erkrankten Gehirn auswirken und in welchem Zusammenhang sie mit Ätiologie und Lokalisation der Erkrankung stehen.

Abschließend stellt der Verfasser auf der Basis der Befunde und nach kritischer Betrachtung der Literatur Möglichkeiten vor, einzelne funktionale Komponenten des postulierten Modells spezifisch zu erfassen. Zentrales Ziel ist die Entwicklung eines reliablen, rechnergestützten Verfahrens, das Patienten mit Objekterkennungsstörungen adäquat diagnostizieren kann und damit wichtige Voraussetzungen für eine therapeutische Intervention leistet.



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