: Untersuchungen zum Caesarbild in der römischen Kaiserzeit

Untersuchungen zum Caesarbild in der römischen Kaiserzeit

Studien zur Geschichtsforschung des Altertums, Band 2

Hamburg , 270 Seiten

ISBN 978-3-86064-381-5 (Print)

Rezensionen

[…] eine der wichtigsten Caesarstudien dieses Jahrzehnts. […]
Gnomon, 72/2000
[…] Ein vortreffliches und allgemein zu empfehlendes Buch […]
Anzeiger für die Altertums­wissenschaft, Band LII,1./2.Heft, 1999

Zum Inhalt

Kaum einer Persönlichkeit der Weltgeschichte dürften so unterschiedliche Deutungen zuteil geworden sein wie C. Iulius Caesar. In diesem Buch nun geht der Verfasser der Frage nach, wie Caesar in der Zeit unmittelbar nach seinem Ableben eingeschätzt wurde und wie dann bald das Bild seiner Persönlichkeit und die Beurteilung seiner historischen Bedeutung vor dem Hintergrund der sich wandelnden geschichtlichen Rahmenbedingungen im Laufe des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. vielfältige Veränderungen erfuhren. Als Endpunkt der hier unternommenen Betrachtung wird die Epoche des Adoptivkaisertums gewählt, da sich Caesar zu dieser Zeit nicht nur besonderer Wertschätzung erfreute, sondern auch erstmalig als Begründer der Reihe der principes angesehen wurde. Der erfolgreiche Parteiführer in den Kämpfen der ausgehenden Republik ist nunmehr zum ersten römischen „Kaiser“ geworden.

Da Caesar immer wieder in Beziehung zur aktuellen Alleinherrschaft in Rom gesetzt wurde, handelt es sich hierbei um eine eminent politische Thematik, die eine von historischen Interessen geleitete Auswertung verdient. Auch die Forschungssituation rechtfertigt durchaus eine Untersuchung des antiken Caesarbilds: Von der augusteischen Zeit abgesehen liegen nicht einmal für Teilbereiche Bearbeitungen vor, ganz zu schweigen von einer umfassenden, die gesamte Entwicklung in den Blick nehmenden Untersuchung.

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen vor allem die unterschiedlichen Werke der Literatur, soweit sie auf Caesar Bezug nehmen. Wenngleich nämlich Caesar in augusteischer Zeit durchaus noch ein politischer Faktor war, verlor er doch bald in zunehmendem Maße seine politische Bedeutung; das Caesarbild lässt sich dann kaum mehr in außerliterarischen Zeugnissen greifen. Der Besprechung der den Werken zugrundeliegenden Caesarbilder wird jeweils ein kurzer Überblick über die Persönlichkeit des Autors, Wesensmerkmale seines Werkes sowie das von ihm vermittelte Geschichtsbild vorausgeschickt. Erst so kann das Caesarbild in den spezifischen Kontext des einzelnen literarischen Werkes eingeordnet werden, welches, neueren Tendenzen der philologischen Forschung entsprechend, als eigenständige geistige Leistung aufgefasst wird. Ziel der anschließenden Untersuchungen ist eine detaillierte Analyse der jeweiligen Präsentation Caesars, wobei die Ergebnisse auch zueinander in Beziehung gesetzt werden, um die Caesarbilder einzelner Epochen aufzuweisen.

Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht auf der historischen Person C. Iulius Caesars, sondern auf seiner Einschätzung zu unterschiedlichen Zeiten und durch verschiedenste Autoren der lateinischen und griechischen Literatur. Ein weiterer Effekt ist, dass die Kenntnis des Caesarbildes eines Autors es uns ermöglicht, die Glaubwürdigkeit der von ihm überlieferten historischen Nachrichten besser zu beurteilen. Zudem bilden Urteile des Altertums letztlich die Grundlage aller späteren Einschätzungen. Die Kenntnis der antiken Caesarbilder kann deshalb auch die Entstehung mancher modernen Urteile und Fehlurteile erklären und auch so zu einer angemesseneren historischen Einschätzung von Caesars Persönlichkeit beitragen.

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