: Elternhörigkeit - Nationalsozialismus in der Generation danach

Elternhörigkeit - Nationalsozialismus in der Generation danach

Eltern-Kind-Verhältnisse vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Vergangenheit

Studien zur Zeitgeschichte, Band 3

Hamburg , 338 Seiten

ISBN 978-3-86064-106-4 (Print)

Zum Inhalt

Dieses Buch ist das Ergebnis einer qualitativen empirischen Untersuchung im Rahmen einer psychologischen Dissertation. Die Autorin geht aus psychoanalytischer Sicht der Frage nach, wie nach 1945 in den Familien mit dem Thema Nationalsozialismus umgegangen wird und wie die nachgeborenen Kinder sich und ihre Familien zu dieser Zeit in Beziehung setzen.

In 18 ausführlichen Tiefeninterviews mit Kindern aus Nazi-, Mitläufer- und Widerstandsfamilien geht sie folgenden Kernfragen auf den Grund: Was und wie sprechen die Eltern vom Nationalsozialismus? Wie sieht die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern zu diesem Thema aus? Welche Fragen haben die Kinder ihren Eltern gestellt? Welches Elternbild haben die Kinder sich gemacht? Wie setzen sich die Kinder mit dem Nationalsozialismus auseinander? Welche psychischen Auswirkungen hat die NS-Vergangenheit auf die Nachfolgegeneration?

Schwerpunkt des Buches bilden die ausführlichen Gesprächsauswertungen, in denen die Autorin, eine erfahrene klinische Psychologin, hohe Sensibilität beweist. Ausgehend vom Denkmodell der analytischen Ich-Psychologie, die dem emotionalen Dialog zwischen Eltern und Kindern einen zentralen Stellenwert für die Autonomieentwicklung des Kindes beimisst, untersucht sie den Eltern-Kind-Kontakt, bezogen auf das Thema Nationalsozialismus. Sie legt plausibel dar, dass das Verhältnis zwischen Eltern und ihren nach 1945 geborenen Kindern durch die NS-Zeit negativ beeinflusst wurde. Erkennbar wird eine erschreckende Elternabhängigkeit der Kinder auf allen Ebenen der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Vor dem Hintergrund des wiedererstarkten Rechtsextremismus bekommt gerade dieses Untersuchungsergebnis eine wichtige Bedeutung.

Eine besondere Qualität erhält die Arbeit durch die Tatsache, dass die Autorin, trotz der Schwierigkeit des Themas, sich als Person nicht ausnimmt. Sie beschreibt ihren persönlichen Bezug dazu und zeigt auf, in welcher Weise die Beschäftigung mit den Gesprächspartnern sie in ihrer Erkenntnis über sich und die eigene Familie weitergeführt hat. Sie macht außerdem transparent, wie dieser Erkenntnisprozess in die Bewertung ihrer Ergebnisse eingegangen ist.

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