Doktorarbeit: Die russischen Mäzene im Exil

Die russischen Mäzene im Exil

Literatur und Kunst im Kreis der Familien Cetlin und Pregel

Schriften zur Literaturgeschichte, Band 22

Hamburg , 226 Seiten

ISBN 978-3-8300-9583-5 (Print)
ISBN 978-3-339-09583-1 (eBook)

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Die bisherigen Forschungsbemühungen untersuchen die Blütezeit des Mäzenatentums im 19. Jahrhundert nur bis zum Jahr 1917. Das enorme Ausmaß an Emigration am Anfang des 20. Jahrhunderts führte zu einem wesentlichen Rückgang der finanziellen Förderungen im Land. Die Tradition, regelmässig zu spenden, verlagerte sich jedoch mit den einzelnen Förderern in die Emigration.

Einige Familien in der Emigration haben sich für den Erhalt der russischen Kultur besonders aktiv eingesetzt. Ihre Motivation zu spenden ging aus der intellektuellen Neigung und den klaren Vorstellungen hervor, was die Literatur und Kunst ist, da sie selbst zu den Künstlern und Schrifstellern gehörten. Infolge ihrer Tätigkeit haben sie das russische Leben im Ausland gefördert und in maßgeblicher Weise beeinflusst.

Im Mittelpunkt der Forschung steht die Begegnung zwischen den russischen Emigrant/Innen und den kulturellen Eliten in den westlichen Gastländern. Wobei der explizit jüdische Zusammenhang der Stiftung keine Voraussetzung war. Als Vetreter der Elitenkultur identifizierten sich die untersuchten Familien mit dem sozialen Kreis der russischen Kolonie in Berlin, Paris und New York. Die Bereitschaft, an dem russischen kulturellen Leben im Exil teilzunehmen, wurde durch die Identifikation mit dem allgemeinen Leiden und durch das eigene Interesse geprägt.

Die bisherigen Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass sich die untersuchten Autoren selbst als russisch betrachtet haben, obwohl sie im Sinne der jüdischen Tradition handelten.

Diese Publikation wirft unter anderem ein neuen Blick auf die jüdische Kulturgeschichte des zwangzigsten Jahrhunderts. Die Emigration der russischen Juden nach 1917 in die westliche Welt verursachte einen Aufschwung und eine Blütezeit der russischen Literatur und bildende Künste, die unter der neuen sowjetischen Macht sonst zugrunde gegangen wären.

Durch seine Querbindungen zur Integration, Migration und jüdischer Kultur stellt die Veröffentlichung die bislang isolierte Tatsachen von Exilliteraturen dar. Dadurch bietet sie ein neuen kritischen Blick und eine optimale Ergänzung zum Erforschen der Entwicklung der Kultur in der Diaspora, sowie Vertiefung der Arbeit auf dem Feld der Migrationsforschung.

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