Forschungsarbeit: Kriegsheld – Kinoheld. Günther Prien als Beispiel heroischer Männlichkeit in NS-Staat und früher Bundesrepublik

Kriegsheld – Kinoheld.
Günther Prien als Beispiel heroischer Männlichkeit in NS-Staat und früher Bundesrepublik

Studien zur Zeitgeschichte, Band 103

Hamburg 2017, 330 Seiten
ISBN 978-3-8300-9413-5 (Print & eBook)

Rezension

[...] Thomas Riederer zeichnet in seinem detailreichen und hervorragend recherchierten Buch [...] die Heldenverehrung Priens in der NS-Propaganda nach und zeigt, wie eine Fortführung des Prienmythos in der Bundesrepublik möglich war. Dabei verweist er nicht nur auf die Brüche in der Deutung der Person Priens, sondern vor allem auch auf die Kontinuitäten. So spielte die Idealisierung des Opfers in der NS-Propaganda auch für das Narrativ der Nachkriegszeit eine wichtige Rolle, allerdings mit einer Akzentverschiebung: "Diese Entwicklung vom Opferhelden zum Opfer des Krieges flankierte einen allgemeinen Hang der Deutschen zur Viktimisierung." [...]

Bernd Kleinhans, in:
zukunft-braucht-erinnerung.de, 13. Juli 2017

1939–1958, Bundesrepublik Deutschland, Film, Günther Prien, Held, Heroische Männlichkeit, Heroismus, Kinoheld, Kriegsheld, Nachkriegszeit, Nationalsozialismus, Otto Schuhart, U-Boot, U-Boot-Waffe, Zweiter Weltkrieg

Zum Inhalt

Wann ist ein Held ein Held? Wann wird ihm eine entsprechende Verehrung zuteil? Nicht der allgemeine Held sondern ein konkretes Beispiel, der deutsche U-Boot-Kommandant des Zweiten Weltkrieges, Günther Prien (1908-1941), steht im Mittelpunkt dieses Buches. Es beschreibt, wie dieser Soldat im Nationalsozialismus zum Kriegshelden aufgebaut wurde und welche Rolle vorhergehende Heroisierungen und das Deutungsmuster vom Kriegshelden dabei spielten. Welche Nuancen betonte der Nationalsozialismus? Wie entwickelte sich das Heldenbild Priens während der NS-Zeit? Gefragt wird ferner nach den Hintergründen und den Zielen der Verehrung Priens als Kriegsheld im „Dritten Reich“. Untersucht wird die mediale Figur des U-Boot-Kommandanten in seiner ganzen medialen Rezeption. Zeitungen, literarische Texte, vor allem aber Filme werden herangezogen.

Ausgehend von der These, dass Prien nicht nur rasch nach Kriegsbeginn zum Helden aufgebaut wurde, sondern seine Popularität sich auch nach 1945 weiter fortsetzte, wird analysiert, wie Prien in späteren und damit bundesrepublikanischen Jahren weiter rezipiert wurde. Welches Bild stand in der Bundesrepublik und deren filmischer und literarischer Prien-Rezeption im Vordergrund? Wie reagierten Befürworter, wie Gegner auf die Darstellung Priens im Spielfilm „U 47 – Kapitänleutnant Prien“ (1958)? Vor dem Hintergrund der Militär-, Geistes- und Geschlechtergeschichte wird überprüft, wie sich die Heldendarstellung Priens zwischen „Drittem Reich“ und den frühen Jahren der Bundesrepublik entwickelte.



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