Doktorarbeit: Systemisches Aggressionsmanagement

Systemisches Aggressionsmanagement

Professionalitätsentwicklung im Kontext von Weiterbildung, Habitus und Kompetenz

Studien zur Erwachsenenbildung, Band 44

Hamburg , 430 Seiten

ISBN 978-3-8300-9305-3 (Print)
ISBN 978-3-339-09305-9 (eBook)

Rezension

[...] Das Buch argumentiert geschlossen und sorgfältig. Es berührt viele Aspekte und verschafft einen vertiefenden Einblick besonders in die Themenbereiche Habitus und Weiterbildung sowie Konzeptionierung und Ausgestaltung einer empirischen Studie.
Dieses Werk eignet sich gut für Wissenschaftler, Lehrende, Studierende und Praktiker, welche sich mit Fragen aggressiven Verhaltens von Kindern im Kontext beruflicher Weiterbildung beschäftigen und deren empirische Evaluation planen.
Das Angebot an Fort- und Weiterbildungen zum pädagogischen Umgang mit Aggression und Gewalt junger Menschen ist stattlich, die Konkurrenz der Anbieter stark ausgeprägt. Das vorliegende Buch wird Aufmerksamkeit auf diesen Ansatz lenken.


Zum Inhalt

Die Veröffentlichung ist, neben der Evaluation des Systemischen Aggressionsmanagements (SAM), ein Beitrag für die Diskussionen um Habitusformen und Kompetenzbegriffe. Sie bildet einen Brückenkopf, denn beide Diskursstränge zusammengedacht können gegenseitige Anschlussstellen und Erweiterungen offenlegen bzw. eingehen. Zudem bildet sie ein Puzzleteil in der Evaluation von pädagogischen Programmen, die in ihrer Vielzahl einer Evaluation bedürfen. Im Rahmen der Bildungswissenschaft können auf dieser Basis erwachsenbildnerische Präventions- und Interventionsprogramme empirisch gesteuert angepasst werden.

Auf theoretischer Ebene wird zunächst der Gegenstand der Untersuchung herausgearbeitet. Der Habitus aggredi bildet die zentrale Analysestruktur. Sie bildet den Zugang zur pädagogischen Professionalität. Im Diskurs um pädagogische Professionalität besitzt der Begriff der ‘Kompetenz‘ einen prominenten Stellenwert. Mittels einer theoretischen Triangulation werden ‘Habitus‘ und ‘Kompetenz‘ gekoppelt. Einstellungen, Stile und geschmackliche Vorlieben sowie spezifische Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster drücken sich in ihrer Performanz über Fertigkeiten und Fähigkeiten aus. Insgesamt wird der Bogen von der pädagogischen Professionalität über lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Habitus und Kompetenz bis hin zu Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten gespannt.

Um der Frage nach Effekten des SAM nachzugehen, wurde eine dreistufige summativ-evaluationsorientierte Paneluntersuchung im methodentriangulierten Design durchgeführt. Sie zeigte auf qualitativer Ebene, dass der Habitus aggredi als Subkategorie des professionellen Habitus durchaus mittel Weiterbildung bewegt werden kann. Die Zielgruppe der Kitaerzieher_innen konnte auch nach drei Monaten Weiterbildungsinhalte erinnern. Bei Teilen der Zielgruppe konnte eine Erweiterung von Handlungsoptionen nachgewiesen werden. Zudem zeigte sich, dass SAM auch in den privaten Bereich hinein wirksam ist.

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