Forschungsarbeit: Inzestuöses Missbrauchsverhalten von pädosexuellen Vätern

Inzestuöses Missbrauchsverhalten von pädosexuellen Vätern

Eine empirische Studie

Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 37

Hamburg 2016, 176 Seiten
ISBN 978-3-8300-8516-4 (Print & eBook)

Rezension

[...] Die Studie ist für alle Berufsgruppen relevant, die im Rahmen von Beratung oder Therapie mit pädophil orientierten Männern arbeiten.
[...] Spannend ist die Darstellung [...] der Nicht-Überschneidung der Einschätzung zwischen den Betroffenen und ihren Therapeuten. Hier deutet sich eine z. T. stark unterschiedliche Auffassung an, welche sicher nicht ohne Konsequenz für das therapeutische Geschehen bleiben dürfte; eine Fragestellung die über den Rahmen der vorliegenden Studie [...] hinausgeht.
[...] Die Beschäftigung mit den theoretischen und begrifflichen Grundlagen der Pädophilie, die Darstellung des Forschungsdesigns und der -instrumente, die äußerst differenzierten Ausführungen zur Datenauswertung, Kategorienbildung und deren Diskussion überzeugen deutlich und lassen die [...] empirische Studie als äußerst gelungenes Beispiel für solche Studienprogramme erscheinen.

Gernot Hahn, in:
socialnet Rezensionen, 22.12.2016

Forensische Psychologie, Groth, Inzest, Kriminologie, Opfer, Pädophilie, Pädosexualität, Pädosexuelle Väter, Sexualmedizin, Sexueller Missbrauch

Zum Inhalt

In der empirischen Studie wird ein in der Fachwissenschaft bisher kaum erforschtes Thema untersucht: das sexuelle Missbrauchsverhalten von pädosexuellen Vätern. Auf der Grundlage von qualitativen Forschungsinterviews werden Resilienzfaktoren herausgearbeitet, die pädosexuelle Väter von einem Missbrauch der eigenen leiblichen Kinder abhalten. Dabei steht die Beziehung zu Stief- und leiblichen Kindern sowie zu kindlichen Opfern im Vordergrund. Zudem werden auch die lebensweltlichen Probleme beleuchtet, die sich bei einer pädosexuellen Präferenzstörung im Zusammenleben in einer heterosexuellen Partnerschaft einstellen. Die Täterperspektive wird schließlich mit der Sichtweise professioneller Helferinnen und Helfer kontrastiert. Durch die Auswertung von Interviews mit Therapeutinnen und Therapeuten aus dem Tätigkeitsfeld der Behandlung von Sexualstraftätern werden spezifischen Aspekte des Missbrauchsverhaltens dieser Täterpopulation herausgearbeitet. Die Forschung ist eingebettet in eine theoretische Auseinandersetzung mit den Tabuthemen Pädosexualität, sexueller Missbrauch und Inzest.



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