Dissertation: Literarische Kommunikation und modernes Erzählen

Literarische Kommunikation und modernes Erzählen

Eine textorientierte Interpretation am Beispiel von Günter Grass' Roman „Ein weites Feld“

Studien zur Germanistik, Band 55

Hamburg 2015, 208 Seiten
ISBN 978-3-8300-8514-0

"Ein weites Feld", Dialogizitätstheorie, Germanistik, Günter Grass, Intertextualität, Karnevalisierung der Literatur, Literarische Kommunikation, Literaturwissenschaft, Michael Bachtin, Modernes Erzählen, Neuere deutsche Literatur, Theodor Fontane

Zum Inhalt

Grass bedient sich bei der Vermittlung seines Romans „Ein weites Feld“ eines dauernden Wechsels der sprechenden Menschen, der Themen, Schauplätze und Zeitebenen. Dieser Wechsel ist ein integraler Bestandteil der karnevalistischen Darstellung in der Literatur im Sinne Bachtins, auf dessen Theorien sich diese Untersuchung überwiegend stützt.

Die Parallelen, die Grass zwischen Vergangenheit und Gegenwart zieht, werden im Roman zu einem komplexen Gebilde aus einer Vielzahl von Verweisen und Anspielungen ausgebaut, die sich nicht nur auf historische Ereignisse beziehen, sondern zum größten Teil auch auf Texte früherer Autoren – hauptsächlich auf Theodor Fontane. Dadurch erfährt der Begriff der literarischen Kommunikation eine tiefere Dimension, in der das triadische Modell Autor? Text? Leser auf der Textebene noch eine innere Kommunikation zwischen dem gegenwärtigen Text und früheren Texten desselben Autors oder anderer Autoren aufweist. Diese innere Kommunikation konstituiert die Ebene der „Intertextualität“, welche im Romantext die ausschlaggebende Rolle beim Kommunikationsprozess zwischen Gegenwart und Vergangenheit spielt.

Mit Hilfe der Bachtinschen Dialogizitätstheorie und der Intertextualitätstheorie werden Einblicke in die komplexe Gestaltung des Romans eröffnet und gleichzeitig erfolgt eine Auseinandersetzung mit den konstituierenden Erzählmitteln und strukturbildenden Themenkreisen. Damit versteht sich die Arbeit als ein Versuch, literarische Kommunikation über die Dimension der Intertextualität als produktive Kategorie der literatur-wissenschaftlichen Analyse zugänglich zu machen. Bachtins Theorie über die Eigenart des Romanwortes und die Karnevalisierung der Literatur dient im ersten Kapitel als Grundlage für die Analyse der Erzähltechnik des Grass’schen Romans. Die anschließende erzähltechnische Strukturanalyse auf Grundlage der Bachtinschen Dialogizitätstheorie und der Merkmale der karnevalistischen Darstellung im zweiten Kapitel umfasst die Kategorien der Vielfalt der Stimmen, der Themen, der Zeit und des Raums. Im dritten Kapitel erfolgt eine Analyse der thematischen Struktur des Romans aus intertextueller Sicht.



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