Dissertation: Zum Konzept eines interregionalen Transfersystems bei asymmetrischen Schocks in der Europäischen Währungsunion

Zum Konzept eines interregionalen Transfersystems bei asymmetrischen Schocks in der Europäischen Währungsunion

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 72

Hamburg 2014, 210 Seiten
ISBN 978-3-8300-8014-5 (Print & eBook)

Anpassungsmechanismen, Asymmetrische Schocks, Bürgersouveränität, Eurokrise, Europäische Währungsunion, Euroraum, EWU, Finanzkrise, Finanzmarktkrise, Fiskalföderalismus, FOCJ, Interregionales Transfersystem, Regionalpolitik, Wettbewerblicher Föderalismus

Zum Inhalt

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht im November 1993 ist die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion integraler Bestandteil der Europäischen Union geworden. Diese bedeutsame Etappe des europäischen Einigungswerks brachte tief greifende Veränderungen aus ökonomischer Sicht mit sich. Insbesondere können Zahlungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Eurozone nun nicht mehr durch Veränderungen des Wechselkurses ausgeglichen werden. Starke regionale Disparitäten in der Eurozone führen dazu, dass auftretende ökonomische Schocks sich regional unterschiedlich auswirken und teils erhebliche und langfristige negative Wirkungen auf Beschäftigung und Einkommen zur Folge haben können. Die aktuelle Finanzkrise im Euroraum hat deutlich das ökonomische Auseinanderdriften zwischen europäischen Regionen vor Augen geführt. Dies hat wiederum die Diskussion um Fiskaltransfers zur Bekämpfung asymmetrischer Schocks in den Fokus gerückt.

Die vorliegende Studie setzt hier an und stellt zunächst Ursachen, Übertragungsmechanismen und Wahrscheinlichkeiten solcher asymmetrischer Schocks dar. Die folgende Analyse verfügbarer Anpassungsmechanismen an asymmetrische Schocks ergibt, dass derzeit kein wirksamer „Schockabsorber“ in der Eurozone zur Verfügung steht.

Im zweiten Teil der Untersuchung wird daher das Modell des interregionalen Transfersystems als realisierbarer alternativer Anpassungsmechanismus entwickelt. Drei Theoriegruppen bilden die Basis des Modells: die Theorie des Fiskalföderalismus, der Ansatz der Bürgersouveränität und das Konzept der functional, overlapping, competing jurisdictions (FOCJ).

Kernaufgaben des auf dieser Grundlage entwickelten Systems sind zum einen, akut auftretende asymmetrische Schocks abzufedern (Krisenmechanismus), sowie zum anderen, präventiv gegen asymmetrische Schocks tätig zu werden (Präventionsmechanismus). Durch die festgelegten Strukturen und Finanzierungsregeln innerhalb des interregionalen Transfersystems wird die Effektivität sichergestellt. Hauptakteure sind sogenannte Syndikate, die sich aus lokalen Gebietskörperschaften und Unternehmen zusammensetzen. Abschließend wird ein möglicher Weg zur Implementierung des interregionalen Transfersystems aufgezeigt.

Somit hält das Werk ein ergänzendes Instrument bereit, das zum besseren Funktionieren der Europäischen Währungsunion einen wesentlichen Beitrag liefern kann.



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