Doktorarbeit: Selbstkonstruktion, Stress und Coping im Kulturvergleich

Selbstkonstruktion, Stress und Coping im Kulturvergleich

Ihre Bedeutung für die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit

Schriften zur Sozialpsychologie, Band 33

Hamburg 2016, 436 Seiten
ISBN 978-3-8300-7826-5 (Print & eBook)

Coping, Independenz, Interdependenz, Kulturvergleich, Psychologie, Selbstkonstruktion, Selbstwert, Soziale Unterstützung, Stress, Stressbewältigung, Zufriedenheit

Zum Inhalt

Wie unterscheiden wir uns von Menschen aus anderen Kulturen? Welche Ähnlichkeiten gibt es? Die Betonung von interethnischen und interkulturellen Differenzen war nicht selten eine unerschöpfliche Quelle für unzählige Missverständnisse, Vorurteile und sogar Kriege. Das Wissen um kulturelle Eigenheiten und Analogien ist jedoch für das Zusammenleben, für das gegenseitige Verständnis sowie für eine effektive Kommunikation und Kooperation verschiedener Kulturgruppen unentbehrlich.

Trotz vieler Studien zu romantischen Beziehungen, ist noch relativ wenig zu Partnerschaften im kulturvergleichenden Kontext bekannt. Was macht romantische Beziehungen glücklich und was trägt zur allgemeinen Lebenszufriedenheit von Paarpersonen in verschiedenen Kulturen bei? Das Erleben und die Funktionen von romantischen Beziehungen scheinen sich in kollektivistisch geprägten Kulturen deutlich von denjenigen aus individualistischen Ländern zu unterscheiden. In der deutschen Kultur stehen das ganz persönliche Glück, die eigene Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung nicht selten im Vordergrund. Um den pluralistischen Wünschen und Ansprüchen einer individualistischen Gesellschaft gerecht zu werden, werden in allen Lebensbereichen viele persönliche und einzigartige Angebote gemacht. Doch neben dem Wunsch die eigenen Zielvorstellungen zu erreichen und die eigene Autonomie und Einzigartigkeit auszuleben, ist auch die Verbundenheit mit anderen Menschen ein fundamentales soziales Motiv. Wir streben danach nahe erfüllende Beziehungen zu Verwandten, Freunden, Bekannten und insbesondere zum Partner aufzubauen und sie aufrechtzuerhalten. Doch auch hier gibt es kulturelle Unterschiede: Angehörige einiger Kulturkreise legen mehr Wert auf die Autonomie, während für Menschen aus anderen Kulturen die harmonische Zusammengehörigkeit wichtiger ist.

Eine andere Frage stellt sich im Zusammenhang mit Stress, der sich in modernen Gesellschaften stark destruktiv auswirken kann. Inwiefern hat Stress ähnliche Effekte auf die partnerschaftliche Zufriedenheit in verschiedenen Kulturen? Setzen Paarpersonen aus einer individualistisch geprägten Kultur andere Stressbewältigungsstrategien ein als Paarpersonen, deren Kultur kollektivistisch geprägt ist und vielfache gesellschaftliche und ökonomische Transformationen aufweist? Praktizieren Personen aus Kulturen, in denen auf kooperative und harmonische Beziehungen besonderer Wert gelegt wird, mehr relationales oder soziales Coping? Oder erleben sie weniger soziale Unterstützung? Verlassen sich Individualisten stärker auf ihre individuellen Ressourcen?

Diese kulturvergleichende Untersuchung verfolgt neue Ansätze und zeichnet sich nicht nur durch eine solide wissenschaftliche Herangehensweise, sondern auch durch informative, spannende Ergebnisse aus, die für ein breites Publikum – aus der Praxis und der Wissenschaft – lesenswert sind.



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