Doktorarbeit: Wichtige Ressourcensysteme jugendlicher Mädchen einer krebskranken Mutter

Wichtige Ressourcensysteme jugendlicher Mädchen einer krebskranken Mutter

Studien zur Kindheits- und Jugendforschung, Band 66

Hamburg 2014, 326 Seiten
ISBN 978-3-8300-7599-8 (Print & eBook)

Rezension

[...] schafft es die Autorin, fortlaufend einen praktischen Bezug herzustellen und, wohl auch bedingt durch einen verständlich gehaltenen Stil ihre Leser „mitzunehmen“. Da es sich bei den skizzierten Ressourcensystemen um ein komplexes Feld handelt, eignet sich die Lektüre des Buches als übersichtlicher Einstieg in den aktuellen Forschungsstand wie auch für die konkrete Planung von theoriegeleiteten Interventionen mit Zielgruppe.

Jennifer Apolinário-Hagen, in:
socialnet Rezensionen, 29.02.2016

Interviewstudie, Jugendliche Töchter, Kinder krebskranker Eltern, Krebs, Kritische Lebensereignisse, Mixed-Method-Forschungsdesign, Psychische Belastungen, Psychologie, Ressourcensysteme, Soziale Unterstützung

Zum Inhalt

Die Erkrankung eines Elternteils an der oft lebensbedrohlichen Krankheit Krebs ist ein einschneidendes Lebensereignis, mit dessen nachhaltigen Konsequenzen sich jährlich bis zu 200.000 Kinder und Jugendliche auseinandersetzen müssen. Dabei kristallisiert sich heraus, dass vor allem jugendliche Mädchen, deren Mütter an Krebs erkrankt sind, vermehrt selbst Krankheitssymptome aufweisen und eine besondere Risikogruppe darstellen. Aus diesem Grund werden im Rahmen der Studie zum einen quantitativ die Häufigkeit und Intensität von eventuellen psychischen und physischen Störungen betroffener Mädchen erfasst. Zum anderen werden mit Hilfe eines entwickelten Ressourcenmodells die Unterstützungsquellen analysiert, welche für die betroffenen Mädchen in dieser Situation eine Unterstützungsleistung verdeutlichten.

Zu diesem Zweck wurden auf der Grundlage eines aufwendigen Mixed-Method-Forschungsdesigns quantitative und qualitative Forschungsmethoden eingesetzt und die Ergebnisse triangulär ausgewertet.

Die Konsolidierung der Forschungsergebnisse hat u.a. gezeigt, dass jugendliche Mädchen mit einer krebskranken Mutter im Vergleich zur Kontrollgruppe verstärkt internalisierende psychische Auffälligkeiten aufweisen, wobei das von ihnen subjektiv erlebte Belastungsniveau von ihren Müttern unterschätzt wird. Für die Stichprobe konnte triangulär nachgewiesen werden, dass ein hohes familiäres Funktionsniveau generell ein zentraler Bestandteil einer gelungenen Bewältigung ist. Weiterhin wurden die Familien- und Peernetzwerke als wichtige Unterstützungsquellen identifiziert, da sie vor allem emotionale Unterstützung leisten. Zugleich wurde gezeigt, dass das Unterstützungspotenzial der formellen Netzwerke wie z.B. des medizinischen Pflegepersonals ausgebaut werden sollte. Auf der Grundlage der vorliegenden Ergebnisse konnten wichtige Ansatzpunkte für zukünftige Interventionsmaßnahmen herausgearbeitet werden. Dabei wurde zwischen Elterninterventionen, individuelle Interventionen für jugendliche Mädchen, Familieninterventionen und Fachkräfteinterventionen differenziert.



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