Dissertation: Zur Entwicklung des Verschollenheitsrechts

Zur Entwicklung des Verschollenheitsrechts

Eine rechtshistorische Betrachtung unter besonderer vergleichender Darstellung der Regelungen des Preußischen Landrechts von 1794, des Code Civil von 1804 und der deutschen Kodifikationen des 20. Jahrhunderts

Rechtsgeschichtliche Studien, Band 62

Hamburg , 288 Seiten

ISBN 978-3-8300-7172-3 (Print)
ISBN 978-3-339-07172-9 (eBook)

Rezension

[...] Mit ihrem Werk hat Bertrand für die neuzeitlichen Kodifikationen nicht nur die Einzelregelungen des jeweiligen Verschollenheitsrechts, sondern vor allem auch die für letztere maßgebende Grundsatzentscheidungen herausgearbeitet. Dies gilt vor allem für die nicht leicht erschließbaren Grundlagen des Verschollenheitsrechts des Code civil. Insgesamt liegt mit dem Werk Bertrands eine für die neuzeitliche Rechtsgeschichte wichtige Untersuchung vor, die Raum lässt für weitere Arbeiten, etwa für das Verschollenheitsrecht des Allgemeinen Bürgerrlichen Gesetzbuchs und des sächsischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (vgl. S. 5).

Zum Inhalt

Das Verschollenheitsrecht ist eine Materie, die in der rechtswissenschaftlichen Bearbeitung zuletzt Vernachlässigung erfahren hat. Dabei war die Frage, welche Rechtsfolgen an das spurlose Verschwinden eines Menschen geknüpft werden können, nicht nur in vergangenen Kriegszeiten von Bedeutung. Auch im heutigen Rechtsleben ereignen sich immer wieder Fälle, in denen Menschen plötzlich aus ihrem gewohnten Lebensumfeld verschwinden, und fortan nicht mehr auffindbar sind. Während die öffentliche Aufmerksamkeit zumeist groß ist, fragt sich kaum jemand, welche Rechtsfolgen das Ereignis der Verschollenheit auslöst. Kann ein Mensch, dessen Schicksal seit einiger Zeit ungewiss ist, für tot erklärt werden? Wie wäre eine solche Entscheidung zu rechtfertigen, oder kann trotz der vollkommenen Unklarheit über das Schicksal des Betroffenen dennoch der Todesbeweis geführt werden?

Das Werk zeichnet die Entwicklung, die das Verschollenheitsrecht seit seinen Anfängen genommen hat, in einem Überblick nach. Es wird dargelegt und hinterfragt, welche Lösungsmöglichkeiten denkbar und welche Ansätze von der Rechtswissenschaft aufgenommen worden sind. Als Schwerpunkt der Arbeit werden die großen Kodifikationen der Neuzeit, das Preußische Landrecht von 1794, der französische Code Civil von 1804 und die deutschen Kodifikationen des 20. Jahrhunderts daraufhin untersucht, wie sie das Problem der Verschollenheit insbesondere in vermögensrechtlicher Hinsicht gelöst haben. Dabei werden die einzelnen Rechtsordnungen einander vergleichend gegenübergestellt und hinterfragt, welche grundsätzlichen Wertungen ihren Regelungen jeweils zugrunde liegen. Als Ergebnis werden eklatante Unterschiede zwischen den verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten aufgetan, und mit so manchem Fehlverständnis aufgeräumt, welches sich in den letzten Jahrhunderten aufgrund der zumeist nur oberflächlichen Beschäftigung mit der Rechtsmaterie der Verschollenheit hat entwickeln können.

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