Tagungsband: Rauben • Plündern • Morden – Nachweis von Zerstörung und kriegerischer Gewalt im archäologischen Befund

Rauben • Plündern • Morden – Nachweis von Zerstörung und kriegerischer Gewalt im archäologischen Befund

Tagungsbeiträge der Arbeits­gemein­schaft Spätantike und Früh­mittel­alter 6. Zerstörung und Gewalt im archäologischen Befund (Bremen, 5.–6.10.2011)

Studien zu Spätantike und Frühmittelalter, Band 5

Hamburg 2013, 376 Seiten
ISBN 978-3-8300-7019-1

Rezension

[...] Auf dieser Tagung in Bremen ging es um die Frage, inwieweit nicht vielleicht doch eindeutige archäologische Spuren existieren, die auf ein gewaltsames Ende des Imperium Romanum hinweisen. Und das war auch mehr als angebracht, denn wie die Herausgeberin einleitend bemerkt, nahm das Phänomen Gewalt bis zu diesem Zeitpunkt "keinen vordergründigen Platz in der archäologischen Erforschung der Spätantike und des frühen Mittelalters" ein (S. 13). [...]
Insofern relativieren sich die oft am grünen Tisch erarbeiteten Befunde des Forschungsprojektes "Transformation of the Roman World" doch ganz erheblich. [...]

Das Historisch-Politische Buch (HPB), 63.JG, 2015, Heft 1


10. Jahrhundert, Anthropologie, Archäologie, Beutegut, Geschichtswissenschaft, Grabraub, kriegerische Gewalt, Münzhorte, Spätantike, Zerstörungshorizonte

Zum Inhalt

Wie häufig und in welcher Form waren Menschen und Gesellschaften der Spätantike und des frühen Mittelalters Gewalt ausgeliefert? Welche Formen von Gewalt lassen sich in der archäologischen Überlieferung überhaupt fassen, und welche Geschehnisse verbergen sich dahinter? In der Regel werden Brandspuren, Schutthorizonte und die Aufgabe von Siedlungen sowie Massengräber, gestörte oder beraubte Bestattungen und andere Zeichen äußerer Gewalt mit diesem Thema verbunden; Phänomene, die in spätantiken und frühmittelalterlichen Befundhorizonten häufig zu beobachten sind. Unsere Vorstellungen von kriegerischen Auseinander­setzungen, Seuchen, Zerstörungen oder sonstigen, für einzelne Gruppen einschneidenden Ereignissen werden im behandelten Zeitraum stark durch lückenhafte schriftliche Überlieferung bestimmt, die solche Prozesse in der Regel jedoch nur exemplarisch und nur aus einem bestimmten Blickwinkel beleuchten.

In der fünften Sitzung der „AG Spätantike und Frühmittelalter“ 2011 in Bremen wurde unter dem Titel „Rauben, Plündern und Morden – Nachweis von Zerstörung und kriegerischer Gewalt im archäologischen Befund“ nach Antworten gesucht, wie die archäologische und anthropologische Forschung ihre eigenen Quellen interpretieren und wie bzw. ob sie diese mit den historischen Zeugnissen verbinden kann. Die angemeldeten Beiträge für die Tagung zeigten anschaulich, dass es Epochen gibt, in denen mehr Zeugnisse der Gewalt fassbar werden.

Die in diesem Band veröffentlichten Beiträge diskutieren die Formen und die Deutungsebenen der Gewalt an verschiedenen spätantiken bis frühmittelalterlichen Einzelbeispielen, die von der Ostsee über Mitteleuropa bis nach Kleinasien reichen.



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