Doktorarbeit: Die Ableitung optimaler Ansteckungs-, Diagnose- und Behandlungsraten

Die Ableitung optimaler Ansteckungs-, Diagnose- und Behandlungsraten

Eine modelltheoretische und empirische Analyse

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 26

Hamburg 2012, 168 Seiten
ISBN 978-3-8300-6517-3 (Print), ISBN 978-3-339-06517-9 (eBook)

Ansteckungsrate, Behandlungsrate, Diagnoserate, Hepatitis B, Infektionskrankheiten, Kompartment-Modell, Kontrolltheorie, Kosten-Effektivität, Optimierungsmodell

Zum Inhalt

Hauptziele dieser Studie sind zum einen die Konzeption eines mathematisch-theoretischen Modells zur Berechnung der optimalen Neuansteckungs-, Neudiagnose- und Neubehandlungsrate unter Verwendung beliebiger Zielfunktionen für alle chronischen Infektionskrankheiten und zum anderen die Ableitung eines empirischen Modells am Beispiel der chronischen Hepatitis B.

Mithilfe dieses empirischen Modells wird die optimale Trajektorie der Investitionen in die genannten Raten ermittelt. Die chronische Hepatitis B wird exemplarisch ausgewählt, weil in Deutschland ca. 400.000 bis 500.000 Menschen mit diesem Virus infiziert sind, jedoch nur ca. 20% von ihrer Erkrankung wissen und ca. 10% eine medikamentöse Behandlung erhalten.

Die Auswertung des empirischen Modells erfolgt unter Verwendung der Kostenfunktion als Zielfunktion. Es werden zwei unterschiedliche Szenarien in Bezug auf die verfügbaren medikamentösen Therapieoptionen modelliert. Das erste Szenario bildet den Status Quo ab, indem die durchschnittlichen Kosten der Medikation mithilfe der Marktanteile der einzelnen Medikamente berechnet werden. Im zweiten Szenario ist der einzige verfügbare Wirkstoff für die Therapieinitiierung die günstigste Behandlungsalternative Lamivudin.

Die Ergebnisse zeigen, dass im ersten Szenario eine Investition in keine der Raten zu Kosteneinsparungen führt. Im zweiten Szenario hingegen können durch Tätigen von Investitionen entlang der optimalen Trajektorie über einen Zeitraum von 20 Jahren in die Neuansteckungs- und Neudiagnoseraten Kosten gespart werden. Die Tätigung von Investitionen in die Erhöhung der Neudiagnoserate ermöglicht hingegen eine Kostensenkung um 29,1%-44,1%. Investitionen in die Senkung der Neuansteckungsrate bewirken Kosteneinsparungen von 4,4%.

Neben den rein finanziellen Vorteilen haben Investitionen in die genannten Raten auch gesundheitliche Vorteile für die Bevölkerung. Denn Investitionen in die Neuansteckung- und Neudiagnoseraten ermöglichen eine Senkung der Gesamtprävalenz um bis zu 26%. Außerdem wird durch Maßnahmen zur Erhöhung der Neudiagnoserate und zur Senkung der Neuansteckungsrate der Anteil der Personen mit fortgeschritteneren Krankheitsstadien um bis zu 23,6% gesenkt.



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