Dissertation: Kindeswohlgefährdung durch religiös motivierte Erziehung

Kindeswohlgefährdung durch religiös motivierte Erziehung

Studien zum Familienrecht, Band 38

Hamburg 2012, 290 Seiten
ISBN 978-3-8300-6457-2 (Print & eBook)

Beschneidung, Drittwirkung der Grundrechte, Eingriffsschwelle, Elternrecht, Erziehungsrecht, Kindeswohlgefährdung, religiös motivierte Erziehung, Religionsfreiheit, Schulpflicht, Schulverweigerung, Zeugen Jehovas, Zwangsfreiheit

Zum Inhalt

Die Studie wendet sich der Fragestellung zu, wie potentielle Kindeswohlgefährdungen durch religiös motivierte Verhaltensweisen von Eltern zu beurteilen sind. Die hier zu beantwortende Frage ist in einer Vielzahl von Fällen in den vergangenen Jahren vor die Gerichte getragen und in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Dabei ist auffällig, dass über die Lösung der Einzelfälle ein weitgehender Konsens herrscht, die dogmatische Herleitung der Ergebnisse jedoch oftmals ausgeklammert bleibt. So ist in vielen Urteilen die fast schon floskelhafte Formulierung zu finden, dass auch die religiöse Motivation einer Maßnahme an dieser oder jener Beurteilung nichts zu ändern vermöge.

Dies verwundert auf den ersten Blick, da eine religiös motivierte Erziehungsmethode doch von der grundrechtlich geschützten Religionsfreiheit geschützt ist Daher wird dieser Frage in der Untersuchung insbesondere im Hinblick auf § 1666 BGB als Zentralnorm des Kindesschutzes näher nachgegangen.

Der theoretische Ansatz wird überdies an einigen, in der Öffentlichkeit und Wissenschaft besonders diskutierten Fallbeispielen näher dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der religiös motivierten Schulverweigerung, die nicht nur die Familien- sondern auch die Verwaltungs- und Strafrichter in jüngster Vergangenheit beschäftigt hat. Daneben werden die weibliche und männliche Beschneidung, die Zwangsverheiratung sowie die Verweigerung medizinischer Hilfe näher beleuchtet.



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